Weihnachten: Heiligabend-Hygge-Hype das zweite Türchen

Weihnachten: Heiligabend-Hygge-Hype

So, Ihr Lieben, da bin ich wieder. Gemeckert habe ich ja jetzt wirklich genug über Weihnachten und das, was uns manchmal so als „Weihnachten“ verkauft wird. Ich hätte vermutlich in Teil eins noch öfter betonen sollen, dass ich das eigentlich wirklich und wahrhaftig mag, dieses ominöse Weihnachten. Nur eben nicht so wie in der Werbung. Das klappt bei uns so einfach nicht. Also, es gibt schon einen Heiligabend, nicht dass wir uns falsch verstehen. Und es gibt auch Geschenke und vorher Kalender und Kränze und all das. Ich mache sogar Bilder davon, verdammt! Wo der Haken ist? bittesehr, hier:

Weihnachten: Heiligabend-Hygge-Hype
Das Meisterstück

Instgram-tauglich ist das ganz lapidar eher nicht. Also, okay, je nach Maßstab. Und weil ich den halt selber setze, poste ich es dann doch und hoffe, andere Weihnachten sind ähnlich nicht-werbungsmäßig aber voll-Familien-mäßig. Weniger schicke Christbaumkugel-Bilder und mehr aufschlussreiche schmutzige-Wäsche-hinter-dem-Baum-Schnappschüsse. Und wenn ich dann meine Timeline so durchscrolle, merke ich: Die „clean chic“-Bubble ist bei mir wirklich in der Unterzahl. Ich muss mich gar nicht aufregen. Weder über Glaskugeln in Kleinkindhaushalten noch über „pure white scandinavian home“ mit angeblich fünf Köpfigem Familieninhalt. Stattdessen freu ich mich.

Klick!

Ich freue mich, wenn anderswo auch das Baby die Adventskalender aller Geschwister geangelt hat und einen regelrechten Schoko-Rausch erlebt. Inklusive Schokolade ü-ber-all. Ich weiß zwar aus Erfahrung, dass das erstmal Tränen bei den Geschwistern gibt aber ich weiß auch: Dieselben Geschwister werden total besänftigt sein, wenn sie erfahren, dass sie bei den neuen Kalendern jetzt Türchen 1-x schon essen dürfen, weil ja gar nicht mehr der Erste ist. Ich kann als Katzenbesitzerin auch ganz wunderbar über alle Tannenbaum-Katzen-Unfälle lachen. Bei uns verbünden sich nämlich Vier- und Zweibeiner mit schöner Regelmäßigkeit und tun Dinge, die eins sich im Traum nicht ausdenken kann.

Überhaupt freue ich mich dann immer doch über Instgram, weil sich auch andere mit mir über unseren traditionellen Minecraft-Weihnachtsbaum freuen. Seit Jahrhunderten schmücken die Wikinger in unserer Familie ihren Juul-Baum (nein, ich denke da jetzt nicht an Pädagogen, die an Bäume gebunden werden, ich habe einfach ein albernes Wort mit Wikinger-Weihnachts-Bezug gesucht!) mit Minecraft Figuren aus Pappe. Sie werden von Chaot*in zu Chaot*in weitergegeben und von Babies als Delikatesse verehrt. Wissta Bescheid! So geht Weihnachten nämlich auch. Und so liebe ich es. So teile ich es. Und vor allem: So haben auch meine Kinder Spaß.

THIS! IS! CHRISTMAS!

Weihnachten: Heiligabend-Hygge-Hype
Gehört auch dazu: Butterkeks in der Bimmelbahn auf dem Weihnachtsmarkt

Bei uns geht das dann auch klar, wenn es vor Weihnachten erstmal einen riesen Streit um ich-weiß-auch-nicht-was gibt, es wundert keine*n, wenn Spielzeug in großen Mengen in den Keller wandert, ehe neues in noch größeren Mengen einzieht. Und wer bei uns Nikolaus spielen will, der muss mit dreckigen Stiefeln rechnen. Steckt normalerweise eben ein aktives, großartiges Kind drin und steht in der Regel eine leicht überforderte Mutter daneben, die zum Schuheputzen nachts um zwölf einfach keinen Nerv mehr hatte (und unfassbar froh ist, wenn sie an Nikolaus-Naschi gedacht hat- das mal nur so nebenbei).

Da muss der Kindergarten, der zum Adventsgärtlein in „festlicher Kleidung“ lud, damit leben, dass „festlich“ bei uns ein Synonym für „größtenteils sauber und ohne offensichtliche Löcher“ ist. Und ich bin sicher, die wunderbare, leierspielende Leitung des Kindergartens lebt gut damit, dass der Butterkeks sofort nach dem besinnlichen Teil der Veranstaltung Kraut und Kerze aus dem getragenen Apfel entfernt und selbigen unverzüglich verspeist hat.

Was muss, das muss eben. Und so isses schön. Es ist herrlich, wenn ich bis nachts um zehn Plätzchen backe, die die Kinder eklig finden. Und es ist genauso herrlich, wenn sie dann selber welche backen, die ich eklig finde und überhaupt könnte ich die eh erst essen, wenn ich mit Renovieren fertig bin. Stattdessen bekommen Großeltern die liebevoll arrangierten Kack-Haufen-Kekse serviert und ziehen sich still leidend ellenlange Katzehaare aus den Zähnen. Ich erwähnte es: Was muss das muss. Und mit so viel Liebe Gebackenes muss eben geteilt werden.

Isso.

Weihnachten: Heiligabend-Hygge-Hype
Da ist Deko-technisch noch Luft nach oben, ne?!

Und weil das so ist, sammle ich jetzt zum hundertsten Mal seit Sonntag die Einzelteile meines einstmals liebevoll bestückten Adventskranzes zusammen und schmeiße alles wieder in den dafür vorgesehenen Teller. Es ist ein Zauber-Adventskranz, der kann die Form wandeln. Und ich kümmere mich dabei nicht darum, dass der auf dem Kranz verteilte Glitter inzwischen wirklich überfuckingall ist, denn der gepuffte Mais, der in einem der zahlreichen Pakete als Füllmaterial diente, das eh alles überdeckt. Dafür bauen die Kinder ganz erstaunliche Dinge aus diesem Zeug. Hat alles sein gutes!

Und noch? Nichts noch. Ich habe keine Weihnachts-Weisheiten für Euch. Auch keine coolen Hygge-Tipps. Macht Euch Weihnachten doch am besten, wie Ihr wollt, oder?! Nur eines rate ich Euch, wieder und wieder und wieder: Küsst Eure Kinder. Es sind die größten Geschenke, die Ihr habt.

Eure Julia

Ps.: Das Titelbild, ne?! Das soll keine Albträume generieren. Sondern zeigt das Mais-Kunstwerk des Großkindes im Adventskranz. Ich glaube, es ist ein Dino-Riesen-Maul-Wurm-Frosch-Echsen-Tier. Aber was weiß ich schon?!

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