Ostern oder nicht Ostern. Huhn oder Ei?

Ostern oder nicht Ostern. Huhn oder Ei?

Es gibt ja im Laufe eines Blogger-Daseins bessere und schlechtere Texte. Dieser hier ist nur so mittel- vor allem, weil er missverstanden werden kann. Darum schicke ich voraus: Es geht hierin nicht um unsere liebe Freundin und Theologin. Es geht um meine Gewissensbisse und mein Dilemma mit Ostern. Ich fragte mich, ob nicht ich durch meine semi-Oster-Verweigerung andere liebe Menschen in die Bredouille bringe. Und wie ich der vielen Liebe und Freude, die meinen Kindern durch die Vorbereitung und Arbeit anderer zu Teil wird, adäquat begegnen kann. Nicht weil jemand das von mir fordert. Sondern weil ich es will. So. Jetzt aber wieder zurück zum Text und: Frohe Ostern!

Ihr Lieben, Ihr wisst nicht erst seit der Gretchenfrage, dass Religion und ich nicht unbedingt ganz dicke miteinander sind. Das ist an sich nicht problematisch, denn Weihnachten mag ich auch ohne religiösen Hintergrund ganz gerne und sonst begegnet mir die Sache ohnehin eher selten. Nur einmal im Jahr komme ich ins schwitzen. An Ostern.

Ich will die Schuld ja jetzt nicht anderen in die Schuhe schieben, aber: Mir bedeutet Ostern rein gar nichts. Außer vielleicht zu Schulzeiten damals zwei Wochen Ferien und heute zwei Wochen Ferien, die ich überbücken muss, wenn ich berufstätig bin. Ich stehe nicht auf Eier, ich habe keine spezielle Bindung zu Hasen und Fruchtbarkeitssymbole sind nach zwei Kindern auch nicht unbedingt mehr mein Ding. Und der gesamte religiös-christliche Hintergrund? Ihr ahnt es. Ist mir einfach nicht nicht wichtig. Und dem Großwikinger wäre Ostern wohl auch völlig schnuppe, wenn wir allein auf dieser Welt wären. Sind wir aber nicht. Im Gegenteil.

Für einen gläubigen Christen müsste Ostern das höchste Fest im Jahr sein, wenn ich das richtig verstanden habe. Und daran muss ich immer denken, wenn unsere Familien-Theologin voller Freude und Engagement das Ostereier-Suchen für die Kinder vorbereitet. Seit nunmehr drei Jahren. Und überhaupt so voller Vorfreude ist. Ein bisschen strahlt sie dann so von Innen heraus, das kann sie gar nicht abstellen. Und für sie ist das auch wirklich schön.

Nur- wie sag ich`s?!

Ostern oder nicht Ostern. Huhn oder Ei?
Ostern- eher nicht so meins.

Ich habe ein schlechtes Gewissen. Denn ich muss ja irgendwie ehrlich mit mir selber bleiben. Entsprechend sehe ich bei den Vorbereitungen zu und kommentiere es bestenfalls kurzangebunden. Ich kaufe die leckeren Nougat-Eier von Arko und ansonsten bin ich außen vor. Keine Geschenke. Kein Gedöns. Keine lustigen Auferstehungsgeschichten. Der Großwikinger bekommt sein Fahrrad dann, wenn es geliefert wird. Nicht an Ostern. Er bekommt Naschkram, wenn uns der Sinn danach steht. UND an Ostern.

Von unserer Familien-Theologin bekommt er an Ostern immer etwas wirklich cooles geschenkt. Inklusive Eier-Such-Action. Und wirklich viel Spaß für den Knirps. Mit viel Theologen-Liebe. Echt jetzt. Aber die Theologin? Und Ihre Kinder? Schenke ich denn auch ein bisschen Freude zurück, wo meine Kinder (und damit auch ich) so viel davon bekommen?  Tjanun.

Ihr versteht langsam mein Dilemma? Der Großwikinger ist ganz heiß aufs Eier Suchen und es macht auch wirklich Freude, den kleinen Hüpfern dabei zuzusehen. Aber vom eigentlichen Hintergrund versteht er noch rein gar nichts. Außer vielleicht, dass er Jesus für eine Art Zombie hält, wenn man ihm von der Auferstehung Jesu erzählt. Und ich will ihm diese Halloween-ähnliche Freude an Ostern ja keinesfalls nehmen. Aber ich habe eigentlich auch gar keine Lust, etwas zu befeuern, das für mich und mein Leben keine Rolle spielt. Denn wäre man nur ein kleines bisschen konsequent, würde man zumindest an Ostern mal ein bisschen Religionsgedöns erklären. Oder eine der zahlreichen Messen besuchen.  Oder wenigstens der Theologen-Familie auch etwas schenken, um das verflixte schlechte Gewissen zu beruhigen.

Oster Gewissensbisse

Ostern oder nicht Ostern. Huhn oder Ei?
Halloween- weit weniger problematisch

Aber so einfach komme ich aus der Nummer nicht heraus, scheint es. Schon jetzt freut sich der Großwikinger aufs Naschi-Suchen. Und der Butterkeks, da bin ich sicher, wird auch seine helle Freude an dem Spektakel haben. Nur: Ich werde es nicht ausrichten. Dürfen meine Kinder trotzdem Nutznießer der Theologen-Familie sein? Finde ich ziemlich fies. Auf der anderen Seite: Könnte man meine Kinder überhaupt ausschließen, wenn wir zum traditionellen Oster-Essen zur Familie fahren, wie jedes Jahr? Bringe ich die Theologen-Familie in Zugzwang , indem ich mich kaum beteilige oder ist es mein gutes Recht, etwas zu lassen, das für mich unsinnig ist? Halloween mache ich ja auch in Maßen mit, obwohl ich immer die Augen verdrehe. Und bastle tolle Naschi-Körbe, damit die Kinder (mit der Theologin!) Trick-or-Treat spielen können. Aber das fällt mir weit weniger schwer, als diese Oster-Geschichte. Halloween nehme ich im schlimmsten Fall nicht ernst. Nähme ich Ostern nicht ein bisschen ernst, würde ich nicht alle die, die es besonders ernst nehmen, ärgern?! Aber wenn ich es ernst nehme, landen wir wieder am Anfang: Ich will das alles gar nicht, weil ich es nicht brauche und es mir nichts bedeutet. Ähm. Außer, dass die Knirpse so eine Freude haben.

Was tun sprach Zeus?

Wie gestaltet Ihr das? Und wie genau wissen Eure Kinder über Ostern bescheid? Feiert Ihr ein religiöses Ostern oder ein Konsum-Ostern? Und wie kriege ich das nur alles hin?

Küsst die Kinder. Versteckt den Naschkram gut. Und lasst Euch nicht ärgern.

Eure Julia

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6 Kommentare

  1. Aber das Ostern was bei uns gefeiert wird, hat doch nichts mehr mit Religion zu tun. Also ich spreche von Häschen backen und Eier verstecken.
    Wir persönlich haben noch keine Tradition, da der Knirps bisher zu lütt war und auch dieses Jahr werd ichs dem entsprechend zelebrieren. Eier färben, Häschen backen und 2-5 Schokihäschen verstecken und vllt sprechen wir morgens mit leuchtenden Augen vom Osterhasen, aber Jesus und seine Auferstehung ist für einen 2Jährigen meiner Meinung nach etwas arg viel Sience Fiction, wenn er in einem nicht religiösen Haushalt aufwächst.
    Und ab dem Kindergartenalter oder spätestens ab der Schulzeit hat sich die die Frage eh erübrigt, da dort vermutlich christliche Themen angesprochen und bespielt werden, sollten sich darüber hinaus Fragen und Wünsche entwickeln find ich das voll ok:).

    1. Stimmt schon, man muss es ja nicht völlig verkomplizieren, wa?! Ich glaube, ohne Familientheologin wäre ich da auch deutlich entspannter XD

      1. O ja missioniert werden löst bei mir auch immer eine pochende Halsschlagader aus. Früh trinken verträgt sich ja leider auch schlecht mit dem stillen, was? :). Es ist schade, dass man nicht so richtig leicht eigene Traditionen starten kann ohne vor den Kopf zu stoßen.

        1. Ach, da kommt die Theologin jetzt aber schlecht Weg, das ist gemein 😇 ich glaube wirklich, ich bin dir einzige, die sich da so anstellt- mir will keiner was Böses und es erwartet auch niemand, dass die Jungs die Ostergeschichte rezitieren können. Ich DENKE mir nur immer: ob mein eher legerer Umgang mit solchen Dingen nicht auch ein bisschen bequem ist…?!
          Aber hey, wir haben Glück, es nur Ostern und nicht Ragnarök 😇

  2. Ich halte mich da auch ziemlich an das Konzept meiner Eltern. Ostern war eins der tollen Feste an denen Naschi zelebriert wurde. Wie Nikolaus. Super Sache. Und Verstecken spielen mit Schokihäschen ist doch fantastisch. Und wenn die Oma kam hat sie halt die Ostergeschichte erzählt, naja…, aber da wurde bei Tisch auch gebetet.

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