Gibt es ein Leben nach dem Mittagsschlaf?

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Ihr denkt jetzt vielleicht, das sei besonders witzig gemeint. Für besonders witzig bin ich heute aber nicht in Stimmung. Und ich frage ernsthaft. Denn obwohl ich weiß, dass das alles nur eine Phase ist… Puuh! Das ist eine besonders blöde. Und anstrengende. Wie ich auf sowas komme? Es ist viertel vor sieben, ich bin ungeduscht, ungeschminkt, ungezähneputzt und sitze vor diesem Beitrag, weil ich den Rest des Tages keine Gelegenheit mehr bekommen werde auch nur in die Nähe des Computers zu kucken. Viertel vor sieben!

Ich gebe zu: Diejenigen unter Euch, die mit Frühaufsteher-Kinder gesegnet sind, werden mich jetzt sehr auslachen. Und ein bisschen haben Sie ja recht. Die Crux ist aber folgende: An einem normalen Tag muss ich um viertel vor sieben Brote schmieren, Kinder wecken, mich selbst klar machen und die im Anschluss ebenfalls gewaschene und gebürstete Truppe aus der Haustüre schieben. Größtes „Kind“ ab zur Arbeit, mittleres Kind ab zur Tagespflege, kleines Kind und ich ab zum Einkaufen und Bewegungsdrang des Butterkekes ausloten. Dann ist es etwa neun.  Noch ein bisschen auf dem Spielplatz leer spielen. Kucken, ob andere Kinder da sind.

Und dann zurück nach Hause

Gibt es ein Leben nach dem Mittagsschlaf?
Tüdelkram. Jeden Tag aufs Neue.

Da verräumen wir Einkäufe, restaurieren die Bude (oder was davon übrig ist), machen neuen Unfug, tüdeln Dinge und DANN: Dann war es bisher irgendwann so, dass der Butterkeks müde war. Naja, DAS ist immer noch so. Aber der hierauf folgende (Vor-) Mittagsschlaf- die Stunde, in der ich mich um SEO Werte statt Bauklötze kümmere. DIE fehlt inzwischen. Denn der Butterkeks ist zwar müde, aber weder bereit das zuzugeben, noch dem nachzugeben. Tjanun. Und jetzt?

Jetzt habe ich entweder drei Stunden lang einen mörderquengeligen und jauligen kleinen Kerl, der sich ständig weh tut, von Bauklötzen angefallen wird und durch die Katze beinahe zertrampelt (der Lautstärke des Geheuls nach zu urteilen). Oder eben auch nicht. Dann habe ich einen müden kleinen Butterkeks, der ganz still und leise Bauklötze spielt, Tastaturen ent-tastet oder Teppiche bemalt. Während ich noch mehr Haushaltskram machen kann. Oder ihm ganz verzaubert bei der Teppichkunst zukucken kann. Bis mir auffällt, dass es TEPPICHkunst ist. Klingt gar nicht so schlimm, oder?

Ist es im Grunde auch nicht.

Gibt es ein Leben nach dem Mittagsschlaf?
So vertieft trotz Müdigkeit.

Denn eines ist ja leider vom ersten Mittagsschlaf eines Kindes an klar: Irgendwann wird diese Zeit vorbei sein. Also muss man sie so gut nutzen, wie es eben geht. Mitschlafen, wenn man kann und will. Es lassen, wenn man kann und andere Pläne hat. Für mich hat sich vor allem bewährt: Auf keinen Fall Haushaltskram zu machen. Sondern konsequent nur und ausschließlich die Dinge, die mit Kind nicht gehen. Kaffee trinken. Chatten. Schreiben. SEO Werte kucken. Lesen.

Insofern fehlt mit dem fehlenden Mittagsschlaf weder Zeit zum Putzen, noch zum Aufräumen (auch wenn man ab und zu schummelt und dann eben schnell noch die Spülmaschine macht, während das Kind pennt). Was wirklich wirklich fehlt ist Zeit für mich. Und da ich davon in absehbarer Zukunft vermutlich erneut eher wieder weniger als mehr haben werde, trifft mich das empfindlich. Ich werde nicht daran sterben und die Welt wird nicht untergehen.

Aber sie fehlt mir, MEINE Zeit.

Gibt es ein Leben nach dem Mittagsschlaf?
Nicht müde. Nicht!

Deswegen sitze ich hier. Inzwischen ist es viertel nach sieben. Und -Luxus!- beide Kinder schlafen noch. Wenn wir nach der gestrigen Schlafenszeit gehen, bleibt das hoffentlich noch eine knappe Stunde so (Haha! Murphy hat das gehört, oder?!). Und obwohl ich ziemlich sicher bin, dass meine Akkus heute schneller leer sind, als die der Kinder: Wenn ich ein bisschen von dieser Zeit für mich hatte, ein wenig schreiben durfte und mir vielleicht gleich noch die Haare ohne Kinder dazwischen zusammenbinden darf, dann reicht meine Geduld auch ohne Akku länger. Denn das ist ganz verrückt: Obwohl ich müde bin, weil ich die eine oder andere Stunde Schlaf doch hätte vertragen können, gibt mir diese Zeit für mich oft mehr Kraft für meinen Tag, als eine Stunde mehr Schlaf.

Logisch, vom warmen, kuschligen Bett aus sieht das immer gar nicht so aus. Und nur mit einem Minimum an Schlaf bekommt man mich überhaupt aus diesem himmlischen Ort verbannt. Aber wenn ich es dann dank dem Wikingerkerl mal schaffe und da sitze, mich schreibend über die Uhrzeit beschwere und versuche, nicht zu sehr zu jammern, dann merke ich:

Ein Glück, dass ich das darf.

Gibt es ein Leben nach dem Mittagsschlaf?
Nur die Augen ruhen…!

Denn auch dieser Zustand ist endlich. Bald wird der Großwikinger die Tage, die er in der Betreuung verbringt erhöhen müssen. Bald werde ich mich nach den Schlafgewohnheiten eines dritten Kindes richten müssen. Bald werde ich wieder stillen und in fiesen Phasen jede Nacht im Stundentakt die Hupen auspacken. Ach, lassen wir das!

Ich wollte nur für mein müdes, genervtes, warum-schläft-dieses-Kind-verdammt-nochmal-nicht-Ich festhalten:

Ups, Butterkeks wach.

Tjanun. Ich geh mal mein Kind küssen, macht das ruhig auch!

Eure Julia

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2 Kommentare

  1. Meine beiden „großen“ Kinder (5 Jahre und 3 Monate und fast 3) schlafen beide noch nachmittags- gerne auch 1,5-2,5 Stunden, und diese Zeit ist mir hoch und heilig!! Natürlich geht es dann abends bei uns etwas länger…
    Viele liebe Grüße und Mut!
    Claudia

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