Eat it! Kindergerichte jenseits von Würstchen mit Nudeln

Eat it!

Ich will nicht fies sein. Und ich habe schon mehr als einmal bemerkt: ich werde in diesem Leben weder Foodblogger noch Koch. Aber, Leute, im Ernst: gibt es für Kinder denn keine besseren Gerichte als mit Spaghetti gespickte Wiener oder Fischstäbchen? Ich lehne mich Mal aus dem Fenster und sage: Doch! Glaubt Ihr nicht? Hier ein paar Wikingerkinder getestete Alternativen. Bittedanke.

Keine Sorge, mir ist völlig klar, dass man auch beim besten Willen nicht jeden Tag selbst geerntete Bio Gemüse für die Kinder dünstet. Und ich weiß auch, dass sich nicht alle Kinder durch Süßkartoffelpommes täuschen lassen. Aber ein bisschen mehr aus diese Wieghetti darf schon. Es hindert einen ja keiner, am Tag danach Punkte zu sammeln und Pizza zu machen…! Übrigens: Ich nehme den Mund hier ziemlich voll, aber ich hab es natürlich nicht geschafft, in der Zeit, die der Beitrag brauchte, ALLE Gerichte zu kochen und zu fotografieren. Deswegen gibt es auch nicht zu jedem ein Foto. Aber ich lege peu a peu nach, versprochen!

Bulgur (/Reis) Pfanne

Eat it!
Quelle:Pixababy

Ihr braucht für etwa vier gute Esser:

Zwei Tassen Bulgur (Weizengrütze. Oder Reis. Couscous geht auch)

Eine Banane

Gemüse Eurer Wahl, bei uns: Eine Zwiebel, zwei Paprika

Ein Becher Sahne, ein Becher Creme Fraiche

Zwei Würfel Brühe und ggf Curry, wenn die Kinder das ab können

Zubereitung: Bulgur in einem Sieb waschen und mit fünf Bechern Wasser und einen Brühwürfel etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast komplett verdampft ist. Dann vom Herd nehmen und ziehen lassen.

Während der Bulgur kocht: Banane in Stücke schneiden. Gemüse schälen und schneiden. Banane abraten, in unserem Fall Zwiebel dazu, dann die Paprika (oder was auch immer). Mit Sahne  ablöschen, Brühwürfel rein, Creme Fraiche rein, würzen. Wir packen ohne Bedenken gut Pfeffer und Curry mit dazu, weil die Kinder das ab können und Curry und Banane gut passt. Schmeckt aber auch gut ohne Curry. Dann passt Kokosmilch vielleicht gut zu Euch? Einfach testen!

Wenn die Sauce dann so schmeckt, wie Ihr Euch das vorgestellt habt, kommt der Bulgur in die Sauce und das sollte nach dem Vermischen noch fünf Minuten ziehen. Wie schaffen das leider nicht immer- was zur Folge hat, dass die erste Schüssel Bulgur Pfanne immer zu flüssig ist. Und zu heiß. Seid geduldiger als wir, es lohnt sich: Bulgur und Sauce werden schön cremig und Babies lieben es, die kleinen Körner aus dem Teller zu fummeln. Wirklich. Ihr könnt Essen, das Baby fummelt und Dank der süßen Banane besteht die realistische Chance, dass auch das Kleinkind löffelt.

Bei uns gibt es übrigens immer noch MinutenSteak dazu. Der Saft vom Anbraten kommt in die Bulgur Pfanne und macht das Ganze noch würziger. Und das Fleisch wird selbstverständlich nicht weggeworfen sondern in Streifen geschnitten und untergemischt. Aber meine Umgebung ist voller Menschen, die viel klüger, konsequenter und vegetarischer sind als ich, deswegen lasse ich das Fleisch Mal aus dem Rezept außen vor und versichere Euch: Ohne Fleisch ein cooles Gericht für Kinder!

 

Resteverwertung: Gemüse-Bulgur-Bratlinge

Wenn von der Bulgur Pfanne etwas über bleibt, könnt ihr das ins folgende Rezept gut einarbeiten: einfach untermischen!

Ihr braucht für vier wirklich hungrige Mäuler:

Wieder etwa zwei Becher Bulgur

Ein Paket TK Buttergemüse oder Reste vom Vortag

Einen Brühwürfel

Zwei Eier

Etwas Semmelbrösel oder VK Mehl

Zwei Becher Kräuter Quark oder Sour Creme, die Kür: selbst gemacht.

Zubereitung: Bulgur wie bei der Bulgur Pfanne in Brühe kochen, ggf wenn noch Reste der Pfanne übrig sind weniger als zwei Becher. Sobald das Wasser kocht auch das Buttergemüse ins Wasser geben, dann ist das auch durch, bis der Bulgur fertig ist. Dann der härteste Teil: abkühlen lassen.

Wenn die Masse kalt genug ist: Die Eier, etwas Semmelbrösel und nach Belieben Kräuter und Gewürze mit dem Gemüsebulgur vermischen. Es sollte eine Art Teig entstehen, aus dem ihr Bratlinge Formen könnt. Manchmal braucht Ihr noch etwas Mehl, um die nötige Bindung zu bekommen. Die Bratlinge dann bei mittlerer Hitze anbraten und mit Kräuterquark oder Sour Creme als Dip servieren.

Lecker! Und je nach dem wie gut die Bratlinge zusammen halten auch wunderbares Finger Food.

 

Schupfnudeln mit Kraut (und Speck)Schupfnudeln mit Kraut und Speck

Okay, Schupfnudeln sind eventuell doch auch Nudeln. Aber schwäbische. Und besonders coole für BWL-Kinder. Haben ziemlich genau Handgröße. Und das Beste: inzwischen ist man nicht mehr gezwungen, die Dinger selbst zu machen, es gibt sie endlich auch im hohen Norden fertig zu kaufen. Yeah.

Ihr braucht also:

etwa ein Kilo Schupfnudeln, ggf fertige aus dem Kühlregal

Zwei Packungen Sauerkraut

Etwas Honig

Ein Lorbeerblatt

Eine Zwiebel

(Ggf zweihundert Gramm Speck)

Zuerst das Sauerkraut anbraten: Einmal scharf, sodass es fast etwas dunkel wird, dann mit einem Schluck Wasser ablöschen und auf mittlerer Stufe weiter brutzeln. Sauerkraut verträgt ein gutes Stück Butter, aber es braucht auch etwas Geduld: Es muss fast zwanzig Minuten braten, damit es gleichmäßig goldbraun wird. In der Zeit macht sich auch ein Lorbeerblatt gut im Sauerkraut und ein wenig Honig nimmt die schärfste Säure. Wer mag schneidet in der Zeit Speck in kleine Würfel und lässt diesen aus. Speck und das ausgelassene Fett können dann einfach mit dem Kraut vermischt werden.

Währenddessen die Schupfnudeln nach Anleitung zubereiten und nach zwanzig Minuten Kraut-brat-Zeit untermischen und nochmal etwa zehn Minuten anbraten. Fertig!

Mein nordisches Schwabenherz schlägt bei diesem Essen immer höher und für Kinder finden die Schupfnudeln auch ganz handlich…

Ofen Gemüse

Ofengemüse

So simpel wie lecker…

Ihr braucht: Gemüse nach Saison!

Im Sommer kaufe ich zwei Zwiebeln, zwei Paprika, eine Zucchini, eine Aubergine

Im Winter: einen Mini-Spitzkohl, eine Hand voll Rosenkohl, einen Kohlrabi, zwei Kartoffeln, eine Paprika und zwei Zwiebel

Ein Feta oder wieder Kräuterquark.

Frühlingszwiebeln

Olivenöl

Sonnenblumenkerne oder andere Samen/Nüsse

Oregano

Zubereitung: Gemüse grob zerkleinern und in einer großen Schüssel mit Salz, Pfeffer, Oregano und etwa fünf Esslöffel Olivenöl vermengen. Das Gemüse auf einem Backblech verteilen und Sonnenblumenkerne darüber streuen. Bei 180 Grad Umluft etwa vier vierzig Minuten garen.

Danach entweder den Feta darauf verteilen oder wieder wie die Bratlinge mit Kräuterquark als Dip servieren. Wenn die Kinder das mögen, passen frische Frühlingszwiebeln sehr gut dazu. Es ist eine elende Sauerei, aber die Wikingerkinder lieben alles, was sie dippen dürfen…! Ofengemüse ist ein bisschen Schnibbelarbeit aber das ist es auf jeden Fall wert.

Wenn etwas übrig bleibt schmeckt es mit ein wenig Olivenöl übrigens auch gut zu Nudeln…

Nomnomnom!

Nach so viel Angeberei aber noch ein paar Einschränkungen:

1. Pupslangweiliger Obstsalat ist immer noch der geilste Nachtisch.

2. Ich kaufe den Milchreis mindestens so oft, wie ich ihn selbst koche.

3. Dass der Großwikinger Porridge mit zur Tagespflege nimmt ist gar nicht so Öko. Geht nur viel schneller, als morgens Brot zu schmieren, wird eher gegessen UND ist günstiger. Nicht öko, sondern eko. Und auch nur die halbe Wahrheit, denn: Wenn der Tagespflege-Kumpel Nutella-Brot dabei hat, isst der Großwikinger mindestens die Hälfte davon. Immer. Also hat der Wikingersohn zum Ausgleich ab und zu auch eines dabei. Also, zwei. Leider mag keines der zwei Kinder unser tolles Bio-Brot…

4. Wir wohnen 500 Meter vom besten Schnellimbiß der Welt entfernt. Ratet…

5. Wäre ich so eine tolle gesundes-Essen-Übermutter, dann würden nicht drei normale Mütter in eine meiner Hosen einpassen.

Also: Lasst Euch von mir nicht ärgern. Aber hört um Himmels Willen auf, Spaghetti in Wiener zu stecken. Bitte!

Ach und: Küsst die Kinder, auch wenn sie nach Ketchup schmecken!

Eure Julia

 

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2 Kommentare

  1. Sehr schön 🙂 das klingt tatsächlich alles nach Dingen, die es auch in unsere Küche (natürlich mit Ausnahme des Specks) schaffen können.

    Für mich ist JEDES Schnippeln eine zeitliche Herausforderung, daher gibt es zur Zeit bei uns gerne Milchshake aus (ungezuckertem) TK-Obst und Joghurt mit Rosinen+Nüssen (wer keine Rosinen mag und wenn genug Zeit zum Schnippeln ist, stattdessen oder zusätzlich auch Äpfel). Ist nur beides recht teuer als Alltagslebensmittel.

    1. woah, ich liebe Milchshakes! Milch und Banane gibt auch schon ne super Konsistenz und Zucker braucht da wirklich keiner 🙂 Und ich hätte es vielleicht echt dazu schreiben sollen: Der ganze Schnibbelkram läuft bei uns auch nur, weil ich derzeit zu Hause bin. Ich weiß noch, dass bei K1 sich mit Beginn meiner Arbeit auch unser Essverhalten sehr verändert hat. Dann muss man eben kreativ werden- und leckere Michshakes machen, wie Ihr! Mhm, ich hätte ja noch alles für einen Shake da… ich glaub, ich muss los…! 😉

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