Der Sturz aus dem Eltern-Olymp oder: Karies.

Der Sturz aus dem Eltern-Olymp oder: Karies

Jaja, Ihr Noch-Götter und Eltern zahnloser Kinder, lacht nur. Schüttelt nur den Kopf. Ich versteh Euch ja. Bis heute Morgen war mir auch etwas schleierhaft, was das immer soll mit den Kindern und den Zähnen und wie da Löcher… Tja. Jetzt weiß ich es.

Okay, genau genommen war mir der mechanische Vorgang der Entstehung von Löchern in Zähnen durchaus bekannt. Zumal meine Zähne und ich ohnehin gar keine Freunde sind. Sie leisten mir gute Dienste, ich putze sie und sie gehen dennoch den Bach runter. Eine typische Geschäftsbeziehung also, aber keine Freundschaft. Vor allem nicht dann, wenn es um den wunden Punkt Zahnarzt geht. Ich will nicht dramatisch klingen, aber nach vier auf einmal entfernten Weisheitszähnen unter örtlicher Betäubung und anschließender Busfahrt nach Hause bin ich durch mit dieser Geschichte. Spätestens aber nach meiner zweiten gescheiterten Wurzelbehandlung, deren traurige Ruine sich nach wie vor in meinem Mund befindet. Unbehandelt und (etwa deswegen?!) derzeit schmerzfrei. Also kommt mir nicht mit Zahnarzt- Chichi. Bitte.

Aber bei den Kindern…!

Der Sturz aus dem Eltern-Olymp oder: Karies
Aus alt mach… naja. Ein Versuch eben.

Genau, DA sollte alles anders werden. Quasi vom Wochenbett  in die Zahnarztpraxis mit dem Kind. Pronto. Und immer brav diese Tabletten und nur jene Zahncreme. Zahnputzübungen ab dem Krabbelalter. Übungszahnbürsten. Volles Programm. Der große Überraschungseffekt bei der Sache: Beide Kinder haben eigentlich immer gerne Zähne geputzt. Tun sie auch noch immer. Stört sie nicht annähernd so, wie mich selbst. Denn das ist das allerallererste, was ich morgens unbedingt erledigen muss: Zähneputzen. Da waren sie immer mit dabei. Mit Feuereifer.

Inzwischen muss der Große morgens immer mal wieder früh raus- da ist die Laune ohnehin nur so mittel. Zähneputzen findet trotzdem statt, gar keine Frage. Aber mein Verständnis hat er, wenn er da würgend über dem Waschbecken hängt. Drei Minuten würgen wünscht man keinem. Also: Kurzprogramm. Aber das ganz tapfer und vor allem ohne Zwang. Darüber bin ich irre froh.

Dreimal täglich?

Der Sturz aus dem Eltern-Olymp oder: Karies
So sieht man aus, als Ex-Göttin. Macht`s gut Ihr Götter, bis später!

Schaffen wir quasi nie. Habe ich auch noch nie. Immerhin hat der Großkeks eine Zeit lang mittags auch in der Tagespflege Zähne geputzt. Das war wirklich gut fürs Gewissen. Wie zwei Leute aber zehn Kindern unter drei die Zähne wirklich gründlich geputzt bekommen haben, ist mir aber bis heute ein Rätsel. Ich schaffe das an manchen Tagen nicht mal bei mir selbst. Aber zurück zum Thema: Bliebe noch der Abend. Die Schlafenszeit der Kinder liegt irgendwo ab etwa zehn Uhr. Da sollte man doch meinen, dass es möglich ist, bis zehn nochmal die Zahnbürste in die Hand genommen zu haben. Sollte.  Ich versuche gar nicht erst, das zu erklären. Das ginge nur nach hinten los, weil ich dann auch noch zugeben müsste, dass mich gerade abends der Hunger auf Naschkram… und dass dann die Kinder.. ach. Vergesst es bitte!

Ergebnis?

Ich habe eine wunderbares Kind, das sich wunderbar freiwillig und gründlich mindestens einmal am Tag die Zähne putzt. Ohne dessen stetige Erinnerung ich diesen Zahnarzttermin für ihn  vermutlich bis zum Sanktnimmerleinstag verschoben hätte. Und ich habe heute die Erkenntnis gewonnen: Auch bei einem Vierjährigen lohnt das Nachputzen mittels elterlicher Hand. Vermutlich. Hätte es gelohnt. Ähm. Ich hoffe, dass mir mit dem Sturz aus dem Eltern-Olymp keine nennenswerten Superkräfte abhanden gekommen sind, auf die setze ich jetzt nämlich verstärkt. Während ich morgens (und so die Mächte des Olymp es denn bitte wollen) auch abends eine neue Mutter-Kind-Qualitiy-Time zum Erhalt der Kauleiste einführe. Seiner wie meiner. Und dabei immer wieder demütig nach oben blicke. Winke. Und mir denke:

Euch trifft es auch noch. Wartet es nur ab. Wenn es nicht die Zähne sind, ist es etwas anderes. Dann heiße ich Euch hier unten willkommen und kann Euch die Angst nehmen: Hier ist es auch schön. Und die Fallhöhe ist einfach so viel niedriger, wenn man sich auf dem Boden der Tatsachen befindet!

Wie sieht es bei Euch und Euren Kindern aus? Olymp oder Hades? Mein persönlicher Hades wären ja eher Kämpfe ums Zähneputzen. Aber das ist vielleicht ein anderes Thema… Bis dahin:

Wetzt die Hauer, küsst die Kinder und lasst Euch von mir nicht täuschen: Zahngesundheit IST irre wichtig.

Eure Julia

 

 

 

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1 Kommentar

  1. Ach ja, das Zähneputzen… Es klappt ordentlich bei uns, sagen wir es so. Aber ja, manchmal ist es ein Tanz. Ich glaube aber, das gehört einfach dazu…
    Wir nutzen zusätzlich nach dem Essen (wenn wir dran denken…) Xylitolpastillen oder Kaugummi, das ist dann noch etwas „Wäsche“ dazwischen.

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