(2) Ferdifluff wird überrascht

Ferdifluff den Mopsdrachen kennt Ihr nun schon. Was er an so einem Mopsdrachen Tag normalerweise macht, das wisst Ihr auch. Aber es läuft ja nicht immer so, wie man es gewohnt ist, nicht wahr? Genauso verhält es sich auch in dem ganz anderen Land zu einer ganz anderen Zeit- es kommt manchmal einfach anders, als man denkt…!

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Natürlich wusste Ferdifluff der Mopsdrache das noch nicht, als er an diesem Morgen, wie an jedem anderen in seinem Höhlennest aufwachte. Genau genommen wusste er so ganz schnell nach dem Aufwachen noch gar nichts, dieser Drache. Aber das war auch nicht notwendig, denn während er da lag, eingekuschelt in ein paar schöne Kieselsteine, spürte er erst einmal, wie nach und nach seine Sinne mit ihm erwachten. Zuerst war da sein Kopf, der hatte irgendwann einfach beschlossen, jetzt wieder da zu sein. Denken konnte Ferdifluff also schon, er wollte es nur noch nicht. Als nächstes vermeldeten seine Ohren das ein oder andere Geräusch. Hier ein Knacken. Da ein kullernder Kiesel. Sein eigener, regelmäßiger Atem. Dann schien auch seine Nase geweckt: Er roch den schwachen Dunst von Zuckerwatte, die sich zwischen seinen Schuppen verfangen hatte und atmete den erdigen Kieselgeruch seines Höhlennestes tief ein. Zuletzt öffnete der Mopsdrache langsam und immer wieder blinzelnd die Augen. Noch war seine Höhle nicht ganz von der aufgehenden Sonne ausgeleuchtet, aber er wusste, dass in Kürze die ganze Höhle so hell und warm strahlen würde, dass es nicht einmal nötig war , Licht einzuschalten. Mit dem Geruch des verbrannten Holzes vom Vorabend in der Nase wühlte sich Ferdifluff aus dem Nest und gähnte erst einmal herzhaft.

Er reckte sich ein wenig, rollte den kurzen Schwanz aus und blickte sich zufrieden um: Er fühlte sich ausgeruht und bereit für einen neuen Tag. Ein wenig Wasser aus der höhleneigenen Quelle vertrieb die letzten schlaftrunkenen Gedanken und beseitigte auch den letzten Rest Zuckerwatte aus der einen Schuppe hinten links, in der sich gerne mal ein wenig Essen verfing. Zufrieden mit sich und der Welt tapste Ferdifluff in seine Speisekammer und freute sich auf ein ordentliches Frühstück. Er erinnerte sich, dass noch ein Stück Käse von gestern  übrig geblieben sein musste und schon jetzt lief ihm vor Vorfreude das Wasser im-

Oh. Ferdifluff erstarrte mitten in der Bewegung. Seine sonst zwar nicht unbedingt aufgeräumte, aber zumindest einer inneren Ordnung folgende Speisekammer sah nicht aus wie sonst. Ganz und gar nicht. Sie sah aus wie ein Schlachtfeld! Der Mopsdrache brauchte einige Momente, bis er das gesamte Ausmaß der Katastrophe erfasst hatte: All seine Vorräte, der leckere Käse vom Vortag (oder was davon übrig war) und der Inhalt eine ganzen Schüssel Reservepudding lagen wild in der Kammer verstreut. Einzelne Lebensmittel waren angenagt, vom Käse war nicht mehr übrig als der trockene, bittere Rand. Mehl vermischte sich mit Pudding, Pudding sprenkelte die Wand der Speisekammer und inmitten dieser Szenerie saß eine winzige, plüschige, kugelrunde, und eifrig kauende Maus.

Ferdifluff war ein friedfertiger Drache, ich habe Euch das schon mehr als einmal gesagt. Aber beim Anblick seiner verwüsteten Speisekammer grollte ein Donnerknurren in seiner Brust. Tief und bedrohlich rollte es seine Kehle entlang, es schickte als Vorboten dunklen, schwarzen Rauch aus Ferdifluffs Drachennüstern und entlud sich in einem schrecklichen, tosenden, ohrenbetäubenden:

„Huch?“

Wie es weitergeht? Ob Ferdifluff doch noch ordentlich schimpft und brüllt? Wie eine derart winzige Maus so viel fressen kann? Das, Ihr Lieben, erzähle ich Euch das nächste Mal. Bis bald!

 

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Beitagsbild: @GywerMelanie

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1 Kommentar

  1. Wenn deine Nichte nach dem Vorlesen zu mir sagt: „Och, schon wieder nur so kurz. Mail Julia mal, dass sie sich mit dem Schreiben beeilen soll“, ist dem wohl nichts mehr hinzuzufügen.

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