(3) Ferdifluff und Pummelpieps

Erinnert Ihr Euch noch an das letzte Mal? Ferdifluff machte zuletzt eine schockierende Entdeckung in seiner Speisekammer: Ein Eindringling! Chaos! Zerstörung! Und inmitten dieses Durcheinanders saß eine kleine, pummelige, flauschige und kauende Maus.

Zu müde zum Lesen? Schlechtes Licht? Kein Problem! Die bezaubernde Zesyra von nooborn liest Euch vor!

.

.

„Huch?“

Okay, DAS war kein Grollen und Knurren. Es hatte in seiner Kehle gegrollt. Und er hatte geknurrt. Aber das freundliche Naturell des Drachen ließ sich nicht so ohne Weiteres überrumpeln. Darum brüllte Ferdifluff nicht bei dem verstörenden Anblick seiner Speisekammer, er fragte nur ziemlich überrascht und mit etwas piepsiger Stimme:

„Huch?“

Er betrachtete die kauende Maus in der Mitte der Verwüstung. Sie hatte unvermittelt mit dem Kauen aufgehört und sah etwas betreten drein. In Anbetracht der Tatsache, wie umfassend sie seine Speisekammer geplündert und gebrandschatzt hatte, fand Ferdifluff „etwas betreten“ doch sonderbar. Zu Tode hätte er sie erschrecken müssen! Sie hätte panisch das Weite suchen müssen. Um ihr Leben flehen. Aber sie tat nichts dergleichen. Stattdessen setzte sie sich auf ihre Hinterbeine, putzte sich flugs einmal das Schnäuzchen und den Schnurrbart, rückte seine Brille zurecht und begann:

„Werter Herr, verzeiht die Umstände unseres Kennenlernens. Mein Name ist Pummelpieps. R.R.J. Pummelpieps. Ich muss mich für den Zustand Ihrer Speisekammer entschuldigen, aber wenn ich anmerken darf: Ihre Stapeltechnik zur Lagerung von Lebensmitteln lässt doch enorm zu wünschen übrig. Haben Sie einmal über ein alternatives Lagersystem nachgedacht? Ich habe hierzu einige Studien verfasst und lasse Sie gerne an den Ergebnissen meiner Studien teil haben, wenn Sie wünschen. Ich bin von Natur aus großzügig mit meinem Wissen und meinen Erkenntnissen, müssen Sie wissen, wir Mauspummel im Allgemeinen sind für unsere Großzügigkeit bekannt.

Wie dem auch sei, mir ist ein kleines Missgeschick mit dem Puddingtopf widerfahren, wie Sie unschwer erkennen können. Wennauch das auf die verbesserungswürdige Stapeltechnik zurückzuführen ist, möchte ich mich dafür entschuldigen. Ich als anerkannter Mauspummelstatiker hätte die Gefahr erkennen müssen. Glauben Sie mir, ich hätte sie sofort erkannt, hätte mich nicht unstillbarer Hunger derart geplagt, dass ich sogar das nicht fachmännisch gelagerte Mehl als Leiter zu benutzen versuchte. Mehl in Säcken zu lagern, mein Lieber, das ist wirklich mehr als gestrig, das hätte mich stutzig machen müssen. Aber sei es, wie es will: Bitte entschudligen Sie die Unordnung!“

Ferdifluff war einen Moment sprachlos. Zum einen hatte er nur die Hälfte dessen verstanden, was diese dicke altkluge Maus da eben gepiepst hatte. Zum anderen hatte er den Verdacht, R.R.J. Pummelpieps hatte ihm, Ferdifluff, dem bis gerade eben noch schlafenden Drachen, die Schuld für die ganze Miesere in seiner Speisekammer gegeben.

„Ach?“, war deshalb alles, was er dazu sagen konnte. R.R.J. Pummelpieps hatte darauf wieder eine ziemlich langatmige und komplizierte Antwort parat und so langsam gelangte Ferdifluff zu dem Schluss, dass die Maus so großen Hunger haben musste, weil sie so unglaublich viel quatschte. Anders konnte es nicht sein. Unentwegt quietschte und quiekte sie, benutzte sonderbare Worte und ungewohnte Redewendungen aber im Großen und Ganzen ließ sich das Gequieke wie folgt zusammenfassen: R.R.J. Pummelpieps hatte die Speisekammer geplündert weil er nach einer ziemlich langen Reise ziemlich hungrig gewesen war und sich dabei ziemlich ungeschickt angestellt hatte. Selbstverständlich sah Pummelpieps die Schuld für die ganze Miesere nicht bei sich sondern bei Ferdifluff und weiß Gott wem noch. Aber Schuld hin oder her, der Eindringling Hatte Hunger gehabt und jetzt war er satt. Denselben Zustand strebte auch Ferdifluff an, also „satt sein“ und so wühlte er unter dem unaufhörlichen Geschnatter von Pummelpieps ein bisschen in den Tiefen seiner Speisekammer und hatte Glück: Ganz hinten, im hintersten Eck fand er noch eine mittlere Gewitterwolke Zuckerwatte, die kaum mit Pudding besprenkelt war und vorzüglich roch.

Ferdifluff befreite die Gewitterzuckerwatte vorsichtig von ein paar Reiskörnern und trug sie, möglichst ohne Druckstellen zu hinterlassen zum Esstisch. Dort legte er sich ab und ließ sich erschöpft auf einen der Stühle plumpsen. Es war schon fast Mittag und er hatte noch keinen Bissen gegessen. Er fühlte sich schon ganz schwach und sein Bauch grummelte ungehalten. Gerade, als er endlich ein kleines Stück Zuckerwatte abgezupft und Richtung DRachenmaul bewegt hatte, räusperte sich etwas ziemlich hoch und laut. Nicht etwas. Jemand. R.R.J. Pummelpieps, um genau zu sein.

Was Pummelpieps jetzt schon wieder wollte? Und ob Ferdifluff doch noch den Hungertod sterben muss? (Natürlich nicht meine Lieben, aber es soll ja ein dramatisches Ende werden!)

DAS erzähle ich Euch beim nächsten Mal!

 

Habt Ihr Lust auf mehr Geschichten bekommen? Schaut Mal bei Wolken-Sternchen vorbei!

Beitagsbild: @GywerMelanie

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.