(7) Ferdifluff – Endlich Frei

Ferdifluff hatte es nun also geschafft, seine Pfote war frei. Er selbst jedoch lag unter einer beachtlichen Menge Töpfe und fand sich erst nach und nach wieder zurecht. Als ihm dämmerte, dass er die ganze Geschichte mit der verwüsteteten Speisekammer und dem unnachgiebigen Pummelpieps nicht geträumt hatte, hörte man ihn unter den Töpfen seufzen.

Es klapperte und klirrte, als Ferdifluff sich Stück für Stück aus seiner topfigen Situation befreite. Der Einfachheit halber beschloss er, sich zunächst nicht um den erwartungsvoll auf ein paar Pfannen gekletterten Pummelpieps zu kümmern. Erstmal musste er seine Gliedmaßen sortieren und auf ihre Funktion prüfen. Hitze und Feuer macht Mopsdrachen zum Glück nichts aus, weswegen seine Karamell-Pfote zumindest nicht schmerzte. Allerdings war sie an einigen Stellen noch verklebt und ein bisschen steif. Den einzigen körperlichen Schaden, den Ferdifluff vermelden konnte, war sein schmerzender Kopf. Das allerdings wunderte ihn kaum, denn wann man bedachte, dass er vom Esszimmer bis in die Küche gekullert war, musste das ein ziemlicher Sturz gewesen sein. Ferdifluff war froh, sich nicht auch noch eine Schuppe oder gar den Schwanz gebrochen zu haben. Am Ende hätte er sich nicht mehr bewegen können und wäre dem unseligen Pummelpieps aus immer und ewig in seiner Küche ausgeliefert gewesen! Bei diesem Gedanken seufzte Ferdifluff erneut. Was für ein verrückter Tag!

Dass der Tag aber nicht mehr ganz jung war, daran erinnerte Ferdifluff jetzt sein Magen laut und deutlich. Er knurrte, als hätte er es mit einem schwerhörigen Omadrachen zu tun, der zudem etwas schwer von Begriff war. Nachdrücklich und unmissverständlich verärgert gummelte es in Ferdifluffs Bauch. Ehe der Mauspummel ihm wieder einen klugen Ratschlag geben konnte, steckt sich Ferdifluff kurzerhand die Karamellpfote in den Mund und knabberte genüsslich das harte aber zuckersüße Karamell davon ab. Stück für Stück befreite er seine Pfote und schnaufte dabei vor Wonne. Er hatte R.R.J. Pummelpieps schon fast vergessen, als dieser sich -nur mäßig elegant- von seinen Pfannenturm plumpsen ließ. Der Mauspummel sagte auch gar nichts. Das fand Ferdifluff nun aber merkwürdig. Er kannte den Mauspummel noch nicht lange, wohl aber lange genug, um zu wissen, dass Schweigen nicht zu seinen Paradediszipinen gehörte. Stattdessen hört Ferdifluff etwas, das… ja, konnte das denn sein? Es hörte sich an, als würde Pummelpieps schluchzen! Das durfte nicht wahr sein. Hatte Ferdifluff das Gedächtnis verloren und es war in der Zwischenzeit etwas furchtbares passiert? Hatte er aus Versehen einen verwandten des Mauspummel bei seinem Sturz plattiert? Erschrocken sprang Ferdifluff auf, um diese These zu überprüfen. Aber er konnte keine verletzte Verwandtenmaus oder einen anderen Grund zu schluchzen erkennen.

Schnell streifte der Mopsdrache die letzten Karamellreste ab und wandte sich dem Mauspummel zu, der sich mit dem Rücken zu Ferdifluff zusammengekauert hatte und eindeutig schluchzte.

„Werter Herr Mauspummel, was ist mit Ihnen? habt Ihr etwas im Auge?“

R.R.J. Pummelpieps schluchzte nochmal leise und verschämt, eher er geschäftig an seiner Brille putzte und sich noch immer nicht umdrehte.

„Nicht doch Herr Drache, Heuschnupfen, das ist alles.“

Er hörte sich tatsächlich leicht verschnupft an, dieser Mauspummel, aber noch vor wenigen Minuten hatte er ganz anders geklungen. Und die Menge an in der Höhle befindlichem Heu hatte sich rein gar nicht geändert. Sie lag nach wie vor bei Null.

„Heuschnupfen, Herr Mauspummel? Oder seid Ihr eventuell ein wenig verstimmt? Wisst Ihr, ich bin noch ein wenig neben mir, wegen des Sturzes, aber ich hätte schwören können, Ihr hattet zuvor noch keinen Heuschnupfen.“

„Ach, ein Arzt ist der Herr Drache jetzt auch noch!“, schoss es vom Mauspummel böse zurück. „Nicht nur ein mieserabler Gastgeber, der einem armen hungrigen Mauspummel nicht das kleinste Stück Karamell oder Zuckerwatte gönnt. Nein, auch das noch! Schämen Sie sich, Sie… Sie…!“

Der kleine Mauspummel war während seiner Schimpfereien herumgewirbelt und Ferdifluff konnte ganz deutlich erkennen, dass er im Grunde ganz und gar nicht böse auf ihn war. Vielmehr schien es, als sei er wirklich traurig und verletzt. Wie schon so oft schien der kleine Pummelpieps dererlei Gefühle hinter übermäßigem Gezeter und Gezanke zu verstecken. Deshalb entschied sich Ferdifluff zu einer außergewöhnlichen Maßnahme.

Er trat auf den Mauspummel zu und…

…. und WAS?, fragt Ihr Euch? DAS erzähle ich Euch das nächste Mal!

 

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Titelbild: @GywerMelanie

 

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