(6) Ferdifluff: Ein guter Rat

Ferdifluff hatte nicht klein bei gegeben, diesmal nicht! Er hatte dem Mauspummel sogar einen guten Hinweis entlockt, der ihn aus seiner misslichen Lage befreien sollte: Mit viel Schwung ruckte er an der festgeklebten Pfote und…

… Pummelpieps hatte Recht gehabt. Allerdings hatte er vermutlich großzügig darüber hinweggesehen, dass Ferdifluff mit zu viel Schwung nicht nur vom Tisch befreit, sondern quasi eine Art Wurfgeschoss in Drachengröße werden würde. Und als genau dieses Drachenwurfgeschoss flog Ferdifluff , einige auf dem Tisch befindlichen Tassen und Teller mit sich reißend, rückwärts vom Tisch in Richtung Drachenküche. Er schlug unsanft auf dem Boden auf, rollte sich ab und kullerte mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit weiter. Er hatte gerade genug Zeit zu denken: „Wenigstens die Pfote habe ich wieder für mich“, da hörte er schon um sich ein Krachen, Klirren und Scheppern. Vom Lärm um sich herum abgelenkt wurde der Kanonenkugeldrache plötzlich abgebremst und klebte nun, die Nase tief in den Boden vergraben, das Hinterteil in die Luft ragend, an einem seiner Küchenschränke. Wie eine Bowlingkugel war Ferdifluff vom Tisch in Richtung Küche gerollt und hatte dabei alles in einem Umkreis von zwei Drachenschwanzlängen mit sich gerissen, umgestoßen oder plattgewalzt. Der Lärm um ihn herum war durch die fallenden Schüsseln, Teller und Tassen entstanden und hatte den Kugelfluff etwas verstört. Überhaupt war das alles so schnell gegangen, dass er gar nicht so richtig wusste, wie ihm geschah.

„Waff tfur Drachenfonnenfeuerglut…?“, hörte man den kopfüber an der Küche lehnenden Drachen nuscheln. Fast schien es, als sei ihm gar nicht klar, dass seine Nase im Höhlensand steckte und er höchst unvorteilhaft das Hinterteil samt Drachenschwanz in die Höhe reckte. Tatsächlich war Ferdifluff von seiner wilden Kullerei so schwindelig, dass er zunächst gar nicht bemerkte, dass er Kopf stand.

Aber Ihr ahnt es, R.R.J. Pummelpieps war schnell zur Stelle, um den verwirrten Drachen ins Bilde zu setzen. „Werter Herr Drache, ich sage Ihnen, Sie sind nicht besonders geschickt. Ich kenne wohl kein Lebewesen auf diesem Planeten, das sich zuverlässiger in unmögliche Situationen bringt, als Ihr. Wollt Ihr denn nun den ganzen Tag so verbringen oder werdet Ihr Euch heute noch sammeln? Man muss ja um sein Leben fürchten bei der Unordnung und dem Chaos, das Ihr hier wieder angerichtet habt! Überall Scherben!“

Ferdifluff war verwirrt. Seit wann lebte er mit einem sprechenden Mauspummelschwanz zusammen? Denn ein kleiner, dicker und haariger Mauspummelschwanz war das Einzige, was er aus seiner Perspektive erkennen konnte. Erst da dämmerte ihm, dass seine etwas unbequeme Haltung nicht nur auf einen kleinen Sturz zurückzuführen war. Er wackelte ein bisschen mit den pummligen Beinchen und verlor promt das Gleichgewicht. Mit einem „Uff!“ und erneutem Töpfeklappern plumpste Ferdifluff unsanft auf den Allerwertesten. Er schüttelte ein bisschen den Kopf, um den letzten Schwindel los zu werden und erkannte: Er wohnte nicht mit einem sprechenden Mauspummelschwanz zusammen. Nein. Aber aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen hatte ihn sein Schicksal mit R.R.J. Pummelpieps geschlagen. Und der hatte es sich auf einem Haufen umgefallener Töpfe und Pfannen bequem gemacht und sah ihn schon wieder vorwurfsvoll durch die kleinen dicken Brillengläser an.

Wie es weiter geht? Das erfahrt Ihr das nächste Mal!

Bleibt gespannt!

Eure Julia

 

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Beitagsbild: @GywerMelanie

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