(5) Ferdifluff bleibt kleben

Da hing er also, unser Ferdifluff. Halb in der Luft, halb am Tisch klebend, R.R.J. Pummelpieps vor sich. Der Mauspummel sah ihn erwartungsvoll an und rechnete offensichtlich fest damit, dass Ferdifluff seiner Bitte um Wasser augenblicklich nachkam. Ferdifluff  blinzelte. Vielleicht träumte er ja noch?

Keine Zeit zu lesen? Schlechtes Licht? Zesyra von Nooborn liest für Euch!

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Ein unmissverständliches Grummeln seines noch immer leeren Magens aber ließ keinen Zweifel zu: Ferdifluff war wach. Er klebte am Tisch. Und R.R.J. Pummelpieps erwartete doch tatsächlich, dass er jetzt auf der Stelle Wasser für den Mauspummel besorgte.

„R.R.J. Pummelpieps.“ Ferdifluffs Stimme war leicht heiser vom unerwarteten Feuerausbruch und ein wenig tiefer als sonst. Er war in seiner misslichen Lage gefangen und das gefiel ihm überhaupt nicht. Aber lieber würde er bis ans Ende seiner Tage mit Karamell an den Tisch geheftet bleiben, als den Mauspummel jetzt ohne einen kleinen Seitenhieb ins Boot zu holen.

„R.R.J. Pummelpieps. Seid Ihr eigentlich fehlsichtig, wenn ich das so unverblümt fragen darf?“

Pummelpieps machte ein erschrockenes Gesicht. Dann sah er Ferdifluff tadelnd an: „Mein lieber Drache, denkt Ihr denn, ich würde Fensterglas auf der Nase tragen?“

Ferdifluff griente. „Dann habt Ihr vielleicht ein anderes Leiden, das die Augen betrifft?“

Pummelpieps kniff die kleinen Knopfäuglein zusammen und musterte Ferdifluff kritisch. „Ich habe keinen Schimmer, worauf der Herr anspielt.“, näselte er, in höchstem Maße beleidigt.

„Dann wird Euch doch nicht entgangen sein, dass meine Reichweite derzeit stark eingeschränkt ist, werter Pummelpieps? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so großartiger Statiker, Wissenschaftler und Essensvertilger wie Ihr DAS übersehen sollte. Es war Euch sicherlich schon in der ersten Sekunde Eures Erscheinens klar, dass Ihr hier dringend gebraucht werdet und Ihr habt nur mit mir gescherzt, als Ihr mich um Wasser batet. Habe ich nicht recht, werter Herr R.R.J. Pummelpieps?“ Ferdifluff zog eine Drachenaugenbraue steil in die Höhe und blickte nachdrücklich auf die festgeklebte Pfote.

Pummelpieps plusterte sich kurz, nahm die Brille von der Nase und putzte sie umständlich. „Selbstverständlich, Herr Drache, selbstverständlich. Aber seht, Ihr seid zu ungeduldig mit mir und weil ich das bereits wusste, musste ich wohl oder übel eine kleine List anwenden: Das Zuckerwattekaramell, mit dem Ihr in diese Lage geraten seid, war die letzten Minuten noch viel zu heiß, um Euch gefahrlos befreien zu können. So habe ich Euch mit meiner Frage lange genug abgelenkt, um das Karamell abkühlen und hart werden zu lassen. Ihr seid so schnell in Rage zu bringen, werter Drache, aber ich nehme an, das ist eine Eigenschaft, die viele Ihrer Drachenverwandten sich teilen, nicht wahr? Nun, ich würde Ihnen folgendes raten, jetzt, wo der Großteil der Arbeit durch mein beherztes Eingreifen erledigt ist: Ruckt einmal kräftig an Eurer Pfote. Euer beachtliches Eigengewicht wird das jetzt zwar harte aber auch zerbrechliche Karamell splittern lassen und Ihr werdet frei sein. Wenn Ihr zur Quelle geht, um die Zuckerreste loszuwerden: Vergesst bitte mein Wasser nicht. Diese Plackerei hat mich nun doch tatsächlich durstig werden lassen.“

Ferdifluff überlegte, ob er wohl noch einmal zu so einer Feuerfontäne fähig wäre, um dem Mauspummel einmal gehörig die Schnurrbarthaare zu versengen. Aber er musste zugeben: Der Tipp war nicht übel. So entschied er sich, wie geraten einmal fest an der Pfote zu rucken. Wirklich FEST. Mit Schwung! Seinen ganzen Ärger legte er in diese Bewegung und…

…was dann passierte, erfahrt Ihr das nächste Mal!

 

 

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Beitagsbild: @GywerMelanie

 

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