Weihnachten bei Wikingern

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Ich finde Weihnachten ja ganz nett. Also nicht überragend. Nicht das Fest der Feste. Aber eben ganz nett. Mit zunehmender Zahl Kinder jedoch scheint das meine Umwelt zu verwirren. Und das wiederum verwirrt mich sehr. Muss das so? Jetzt ist die heiße Phase (24.12.) ja vorbei, da darf man vielleicht mal drüber reden, nech?!

Wie gesagt, Weihnachten ist nett. Weihnachtsmann (Achtung, Spoiler!) und Christkind überflüssig aber meinethalben auch nett. Okay, albern, aber was tut man nicht alles. Also, wenn der Großwikinger fragt- Blödsinn erzähle ich ihm nicht. Ich kann vieles offen lassen. Ich kann Raum für Spekulationen geben. Wenn er aber mich fragt, was ICH glaube- dann lüge ich gewiss nicht. Und dann kommt die Frage: Willst du denn nicht das Leuchten in den den Augen deiner Kinder…? Willst du denn nicht den Zauber der Weihnacht…?

Leuchtende Augen und Taschenlampen…

Weihnachten Weihnachtssmann Christkind Weihnachtsdrache
Weihnachtsdrache

Moment- ich brauche Hokuspokus für leuchtende Kinderaugen? Es ist nur zauberhaft, wenn das Christkind schenkt? Und nur Weihnachten, wenn der Weihnachtsmann da war? Janee, Freunde, DAS aber echt nicht. Denn während ich wirklich keinem die Illusionen betreffend all diese Gestalten nehmen will: Ich muss keinen Quark erzählen, um zu zaubern. Ich bin eine Mutter. Ich pupse Sternenstaub, verdammt! Und ich verstehe nicht ganz, warum ich dafür schief angekuckt werde. Denn so rein inhaltlich bin ich auf der belegbaren Seite, würde ich sagen. Nicht was den Sternenstaub anbelangt. Aber ein Leben ohne Weihnachtsmythos ist möglich. Fast. Ich renne natürlich nicht durch die Gegen und zerstöre kleinen Kindern ihre Illusionen. Aber ich befeuere die Illusionen, die meinen Kindern gemacht werden jetzt mal nicht unnötig. Also: Was genau stört denn so sehr an meiner semi-besinnlichen Einstellung?

Geist der Weihnacht und Weingeist

Weihnachtsbaum klassisch Weihnachten Geschenke
Weihnachtsbaum in klassisch

Eigentlich ist sie hauptsächliche Eines (und das hat mich selber überrascht!): Konsequent. Es beginnt für mich nämlich damit, das ich den Ursprung von Weihnachten ablehne. Ich bin nicht religiös und habe ein echtes Problem mit jenen Institutionen, den den Gläubigen vorstehen. Das heißt: Ich feiere da keine Geburt und keine Ankunft und rein gar nix in der Richtung. Ich warte im Advent auch nicht auf die Ankunft irgendeines Erlösers, sondern auf den 24.12. Und so wichtig es sein mag, Kindern diesen Hintergrund irgendwann nahe zu bringen: Ich  lebe ihn nicht. Er ist mir schnurzpiepegal. Das einzige, was mich davon abhält, über Religionen vom Leder zu ziehen ist, dass die sehr wichtige Unterscheidung zwischen der Institution (bäääh!) und dem Gläubigen (gar nicht bäääh!) für die wenigsten so funktioniert. Dabei habe ich ausdrücklich nichts gegen den gläubigen Menschen. Und würde mir weiß Gott (Ironie!) auch nicht anmaßen, dessen persönliche Einstellung zu bewerten. In der Hitze des Gefechts vermischen sich dann aber die Begrifflichkeiten von Glaube, Institution und Gläubigem und -zack- hat man Menschen vor den Kopf gestoßen, die man eigentlich sehr mag.

Weihnachtsstress mal anders

Weihnachtsbaum Minecraft
Weihnachtsbaum in Minecraft

So, zurück zum Thema: Religion in Verquickung mit Weihnachten ist mir schnurz. Also brauche ich in der Richtung keine Kirche, kein Krippenspiel, keine auswendig gelernten Gedichte, Nada. Warum dann doch Weihnachten? Konsum? Tjanun. Blöde Sache. Finde ich im Übermaß auch daneben. Um genau zu sein werde ich fuchsteufelswild, wenn ich über grade diese Zeit des Jahres sehe, wie viel Schund statt Liebe verschenkt wird. Und wie Geschenke zu Waffen werden und Waffen zu Geschenken.

Also, auch Trash- Weihnachten fällt aus. Was übrig bleibt, ist der Satz, den ich eingangs schrieb: Weihnachten ist ganz nett. So wie Geburtstag etwa. Aber weil quasi alle Geburtstag haben auch ein bisschen geselliger. Und ich hoffe, SO erklärt, ist es ein bisschen weniger verwunderlich, warum ich keine Schnappatmung bekomme, wenn die Lichterkette ausgepackt wird. Und trotzdem gerne mit meinem Sohn den Baum mit Minecraft-Figuren schmücke. Warum ich mich bemühe, ein tolles Geschenk für jeden meiner Lieben zu finden und mich trotzdem furchtbar aufrege, sobald ich das Gefühl habe, Geschenk sei Pflicht. Man sollte ja irgendwie doch gerne schenken. Oder es lassen. Es sollte aber eben eine gewisse Entscheidungsfreiheit dahinter stehen und kein jahreszeitlich bedingter Zwang.

Welpenschutz bitte auch für die Ungläubigen

Weihnachten Geschenke Karton
Das beste Geschenk!

Letztlich darf ja jeder, wie er mag, solange er kann, wie er muss. Oder so. Fein wäre es aber eben wirklich, wenn nicht nur diejenigen Schutz genießen würden, die Engel, Christkinder, Weihnachtsmänner und all die anderen schönen Gedanken verbreiten. Schön wäre, wenn auch die Seite, die eben mitmacht und ansonsten nicht viel mit dem Zeug am Hut hat, eine Daseinsberechtigung genießen würde, statt sich rechtfertigen zu müssen. Denn auch ich darf mit meiner Familie, wie wir wollen. Wenn wir ein Wollen finden, das alle Wir umfasst. Das ist nämlich schon bei dreieinhalb Personen nicht ganz einfach. Für das Ergebnis will ich mich nicht auch noch rechtfertigen müssen. Dafür hat der Großsohn dann eben auch doch noch einen Blick auf den Weihnachtsmann erhascht. Und mich ziemlich mitleidig angeschaut, weil ich bezweifelt habe, ob das wiiiiirklch der… also…! Geht. Geht alles. Ein bisschen Weihnachtsmann, ein bisschen Realismus und zu alledem viel gutes Essen mit netten Leuten. Ganz unaufgeregt. Und wer sich am Ende des Tages welche Geschichte dazu ausdenkt… das kann ja auch einfach mal egal sein. Oder?

In diesem Sinne: Seid lieb zueinander und küsst die Kinder!

Eure Julia

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2 Kommentare

  1. Huhu! Ich finde den Beitrag super und auch deine Einstellungen, da sie auch zu uns passt.
    Was mich stört aber nicht allzu relevant ist, ist: „Weihnachten bei Wikingern“ – Wikinger sind religiös und halten das „Weihnachtsfest“ bzw Julfest doch etwas anders. Die Überschrift hat mich neugierig gemacht aber es war komplett an meinen Gedanken, was da wohl kommt vorbeigegangen. Das ist etwas schade aber wie schon gesagt, nicht schlimm. Es ist ja dein Beitrag. Es war anfangs nur etwas verwirrend.
    Liebe Grüße
    Rabenschnabel

    1. Danke, du Liebe!
      Du hast natürlich ziemlich Recht, da ist sind die künstlerischen Pferde mit mir durchgegangen 🙂
      Finde ich dazu bei dir zufällig einen Beitrag? Zu Weihnachten bei echten Wikingern? Dann verlinke ich ihn gerne…!
      Unsere Nähe zu den Wikingern ergibt sich hauptsächlich aus dem Äußeren meines riesigen, bärtigen, langhaarigen Mannes. 😉

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