Montag-Morgen-Chaos Queen

Montag-Morgen-Chaos Queen

Moin Ihr Lieben! Es ist Montag Morgen, halb zehn im Chaos. Im Chaos? Im Chaos. Es war schließlich Wochenende und mir scheint es, als wäre wirklich egal, wie viel Mühe ich mir gebe. Denn spätestens Montag Morgen bricht das Chaos über mich herein und ich habe keine Ahnung, wie ich das in den Griff bekommen soll.

Warum ich dann  hier sitze und schreibe, statt fleißig zu sein fragt Ihr? Durchaus berechtigt, die Frage. Ich verrate es Euch: Ich war eben so verzweifelt, dass sich in zwei Tagen Wochenende mehr Arbeit ansammelt, als an einem Wochentag zu bewältigen ist, dass ich fast in Tränen ausgebrochen wäre. Fast! Denn stattdessen habe ich das Chaos eben nochmal liegen lassen und mich hierher gesetzt. Zu Euch. Falls es nämlich da draußen andere Menschen gibt, die mit dem Montag-Morgen-Chaos kämpfen: Es ist scheiße, aber Ihr seid nicht allein!

You never walk alone

Montag-Morgen-Chaos Queen
Chaos-Bälle-Jongleur*in

Das ist schon schön, so als Familie. Aber es macht auch eine Menge Dreck und Arbeit, so als Familie. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum es SO VIEL Dreck und Arbeit sein muss. Aber wenn ich überlege, dass auch ein Tag ohne große Aktionen und Unternehmungen gut gefüllt mit Hausarbeitskram ist, wundert es mich nicht, dass ich bei unserem Pensum an (schönen!) Hobbies und (unverzichtbaren!) Ausflügen hinten und vorne nicht hinterher komme. Überall, wo ich ein Teil in die Hand nehme, um es aufzuräumen, tauchen darunter drölf Teile Lego, ein nicht gegessener Apfel von letzter Woche und ein undefinierbares Kabel auf.

Für jedes Teil, das ich in unseren Keller (Tetris!) stopfe, fallen erst drölfhochzehn Teile wieder aus dem proppevollen Keller heraus, die ich entweder mit nach oben nehmen muss oder eben entsorgen. Und dann poppen, wieder oben in der Wohnung angekommen, an Stelle des verräumten Gegenstandes drei (nur!) weitaus größere und sperrigere Gegenstände auf, über die ich stolpere. Jede Maschine Wäsche, die ich wasche, bringt uns einem erneuten Magen Darm Infekt näher. Obwohl wir ohnehin viel zu viel Kram besitzen und jeder Schrank aus allen Nähten platzt habe ich darum für den nächsten Krankheitsfall bereits vorgesorgt und noch mehr Bettwäsche auf dem Flohmarkt gekauft. Weil die Erfahrung des letzten Infektes zeigt:

It is never enough!

Montag-Morgen-Chaos Queen
Außer der Reihe Chaos.

Drei volle Garnituren Bettwäsche für ein Fünf-Personen-Familienbett reichen NICHT aus, um Magen Darm in Bettwäsche zu überstehen. Denn neben der Bettwäsche wollen ja auch normale Klamotten (mindestens einmal am Tag) gewaschen werden. Achja, und Stoffwindeln (mindestens alle zwei Tage, bei Magen Darm eher öfter). Und „Dinge“ (jeden Tag mindestens ein Mal. Mindestens!)  Aktuell sind „Dinge“ zum Beispiel unzählige Hosen des Butterkekses. Überhaupt alles, was der Butterkeks so trägt. Denn er ist (wikingerentsprechend) ziemlich groß, sodass seine Blase ebenfalls Großes fasst. Die Stoffwindeln fassen auch so einiges, geraten aber definitiv langsam an ihre Grenzen. (Bevor Ihr euch sorgt: Pampers fassen weniger. Für mich selbst geteset…). Und wo landet, was die Windel nicht mehr hält? Richtig, ganz am Ende der Nahrungskette dann in eines Erziehungsberechtigten Hand und der Waschmaschine. Unter „ferner liefen“ (einemal am Tag) haben wir aktuell übrigens noch die Gewöhnung zweier Katzen aneinender.

Was das mit Wäsche zu tun hat? Tjanun, es läuft nicht so gut. Und während der Ataxiekater sich eigentlich ganz gemütlich bei uns eingerichtete hat und viel mit uns kuschelt, ist unsere Grand Dame (aka „garstige alte Katze“) absolut nicht erfreut. SO not amused,  dass sie, statt das Katzenklo zu benutzen, einfach ALLES ANDERE benutzt. Um es kurz zu machen: Was waschbar ist, landet aktuell früher oder später in unserer Waschmaschine.

No way out.

Montag-Morgen-Chaos Queen
Einfach mal coll sein, nech?!

Wenn ich also am Wochenende trotz vieler wichtiger Programmpunkte den Punkt „Wäschewaschen“ auch nur das kleinste Bisschen vernachlässige- und sei es nur, indem ich nicht zu Hause bin- bricht der Wäscheberg spätestens Montag Morgen über mir zusammen. Überhaupt bricht an diesem Tag immer alles über mir zusammen: Die Geldsorgen, die Vereinbarkeitssorgen, die Tagespflegesorgen, die Babysorgen, die Blogsorgen, die Katzensorgen, die Autosorgen- ach, einfach ALLES!

Aber ich will nicht weinen und ich will nicht verzweifelt sein. Ich will nicht an meinen eigenen Ansprüchen scheitern und schon gar nicht eine „bleeder Mama“ sein. Eigentlich würde ich diese ganze Haushalt-Kinder-Leben-Sache einfach gerne gut gelaunt und meisterhaft wuppen. Und wenn das nicht geht? Dann esse ich eben Eis zum Frühstück, setze den Butterkeks vor den Fernseher und schreibe Euch. Ich wuppe es dann eben nicht und bin vielleicht nicht mal gut gelaunt. Ich zerfließe quasi vor Schweiß im Bad, während ich den vollgepieselten drei Quadratmeter Teppich in der Badewanne abbrause und fluche lauthals, als ich (orrrrrr!) mich statt des Teppiches treffe. Dann renne ich vier Mal in den Keller, um in der Wohnung Luft und Platz zu schaffen, um Sekunden später alle für den Keller bestimmten Gegenstände völlig frustriert in die ohnehin komplett überfüllte Speisekamme zu stopfen.

Aber wissta was?

Montag-Morgen-Chaos Queen
Es gibt nicht nur Sonnenschein, doch ich lass die Sonne rein!

So isses eben. Jedem Montag aufs Neue. Ich hab schon viel versucht. Habe schon viele tolle Ratschläge bekommen. Mir wurde auch schon totale Überforderung im Alltag attestiert. Hat mir jetzt nicht nennenswert weiter geholfen. Vor allem nicht mit dem Zusatz „Du wolltest es ja so- nur wie soll das werden, wenn Du erst wieder arbeiten musst?!“ Ja Leute, ich weiß es doch auch nicht! Aber ich weigere mich einfach mal zu glauben, dass ich damit alleine bin. Jede*r muss doch diesen einen Tag in der Woche haben, an dem ihm*ihr alle aufgeschobenen Aufgaben und fiesen Tricks von Murphy in den Arsch beißen, oder? ODER? Selbst mit größter Mühe und echt häufigem Staubsaugen. Familien mit Kindern im Beikostalter: Ich glaube fest daran, dass ich nicht die einzige bin, deren Kind immer Mal wieder ein Stück Brezeln aus der Vorwoche findet und hingebungsvoll ableckt. Familien mit Katzen: Meine Katzen sind nicht die einzigen, die Handtücher mit dem Katzeklo verwechseln und aus Prinzip nur aus etwa zwei Metern Höhe auf den Teppich kotzen. Imker*innen: Unsere Wohnung ist sicher nicht die einzige, in der eins Slalom um Beutentürme laufen muss und inständig hofft, in der Küche nicht festzukleben, weil Honig-rühr-Zeit ist. Menschen aller Orten: Ich sitze hier in einem Chaos, dass sich ums Verrecken nicht lichten will, aber ich glaube fest daran- ich bin nicht alleine.

Tuesday.

F*** Queen of f*** Chaos!
F*** Queen of f*** Chaos!

Und weil morgen Dienstag ist und die Welt am Tag nach Montag schon wieder ein Stückchen besser ist, glaube ich, dass wir das schaffen. Tag um Tag. Woche um Woche. Monat um Monat. Jedes Mal, wenn wir zu versinken drohen, strampeln wir uns frei. Und dann geht es von vorne los. So isses. Weint nicht, seid nicht so frustriert wie ich. Lest von anderen Chaoten*Chaotinnen. Von Nicht-Wupper*innen und Dreckige-Teppiche-Haber*innen. Lest davon, dass ich ohne die Hilfe meiner Mama völlig verratzt wäre und aufgeschmissen, wenn die Speckbohne nicht hin und wieder echt mal eine Stunde oder länger schlafen würde. Davon, dass ich, wenn Besuch kommt, alles wild in die Schränke stopfe, in der festen aber wirren Absicht es, später aufzuräumen und bei der nächsten panischen Stopf-Aktion die dreckigen Socken von der letzten Aktion finde.

Ich habe keine Lösung. Ich bewundere das Ausmaß meines Problemes.

Und ich küsse meine Kinder jetzt, denn das ist es, was wirklich zählt.

Eure Julia

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1 Kommentar

  1. I feel you! Nicht zwingend nur am Montag, ohne Imkerei, dafür mit großem Garten und immer wieder dem Gefühl, irgendwann in Krümeln, Schmutzwäsche und auf-den-Dachboden-bringen-Kisten zu ertrinken… Und trotzdem: Keiner bedauert am Lebensende, dass er/sie zu wenig geputzt hat! Ich geh jetzt schaukeln!

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