Klappe: Zu!

Klappe: Zu!

Vielleicht habe ich mich in Attachment Parenting… my ass  ja nicht ganz klar ausgedrückt. Oder ich bin nicht genau genug auf die einzelnen Möglichkeiten des Mir-auf-die-Nerven-fallens eingegangen. Das werde ich jetzt dann mal nachholen. Für den Weltfrieden und in der Hoffnung, dass ich nicht in naher Zukunft bei einem banalen und völlig unangebrachten Anlass völlig explodiere.

Klappe: Zu!
Behaltet Eure erhobenen Zeigefinger für… Euch! Quelle: Pixababy

Die Frau spricht wieder in Rätseln? Was will sie jetzt schon wieder? Kann sie nicht auch mal was anderes als Meckern?

Nein. Nei-en. Kann ich heute nicht. Ich brodle. Warum? Weil ich verdammtnocheins keine Lust mehr habe, von irgendwelchen Anhängern irgendwelcher Erziehungs-, Essens-, Lebens-  oder sonst irgendeiner -richtung missioniert oder wahlweise dann bei Nichterfolg verachtet zu werden. Ich mag das nicht mehr! Ich bin erwachsen, ich bin klug (und ja, das darf auch mal so sagen) und ich habe die meisten Teile meines Lebens im Griff. Das Hinterallerletzte was ich brauche, sind Klugscheißer und Wachturm-Verteiler wie Euch.

Euch. Nicht Euch! Ihr wisst, wen ich meine..!

Ich beginne gerne nochmal mit der Erziehungs-Litanei. Denn es ist wir folgt: Ich wurschtle mich und meine Familie so durch. Dabei gebe ich mir größte Mühe, reflektiere so viel ich kann und versuche parallel an meinen eigenen Charakter-Baustellen zu arbeiten, statt die Kinder zu verbiegen. Mal klappt das. Mal nicht. Aber völlig egal, wie gut oder schlecht mein Tag war: Es ist meiner. Finger weg! Wenn ich Euch nicht um Hilfe oder Rat frage: Behaltet den Schmu für Euch. Ich will es nicht hören. Sonst hätte ich Euch das wissen lassen. Wenn Ihr also nicht zufällig fragen wollt, ob Ihr mir die Kinder ein paar Stunden beschäftigen oder für mich Wäsche waschen sollt: Klappe!

Klappe: Zu!
Brezeln. Vegetarisch. Aber nicht bio.

Damit wären wir rein anatomisch beim nächsten Punkt: Essen. Ich sage Euch was ganz verrücktes: Meine Kinder essen, wachsen und gedeihen. Ende der Geschichte. Ich kümmere mich darum, so gut ich es vermag und stehe zu dem, was ich tue. Ich weiß um die Luft, die ich in Sachen Ernährung nicht nur bei mir noch nach oben habe. Und bei Vertrauenspersonen hole ich mir gerne gute Ratschläge ab. Ich bin offen für Neues, wenn ich es zufällig entdecke oder danach frage. Aber Ihr ahnt es schon. Es interessiert mich eventuell einen feuchten Kehricht, was Ihr davon haltet, dass meine Kinder Industriezucker zu sich nehmen, wenn ich nicht nach Eurer Meinung frage.

Glaubt Ihr nicht? Glaube ich für Euch mit.

Ich habe auch rein gar nichts für mitleidige oder abfällige Blicke oder Kommentare übrig, die meinen Fleischkonsum und den der Kinder betrifft. Ich kenne so viele großartige Menschen, die zufällig Veganer und Vegetarier sind. Aber einzelne Vollpfosten dieser Gattung ruinieren einfach deren kompletten Ruf.

Klappe: Zu!
Gemüse, Baby!

So sehr, dass sogar ich, die ich ja WEIß dass diese Menschen schlicht und einfach in vielen Dingen recht haben und da etwas ziemlich cooles für sich und ihre Familie verwirklichen, kurz vor der Explosion stehe. So kurz davor, dass ich mit diesem Beitrag einen riesen Anschiss von den Veganern und Vegetariern aus meiner virtuellen Filterblase riskiere, weil mir diese Verachtung, die ich manchmal in diesem Zusammenhang erfahre, SO AUF DEN SACK GEHT.

Und wenn ich schon in Rage bin, sage ich Euch noch eines: Der Versuch, vieles in Bio zu kaufen, Kindern möglichst lange Holzspielzeug schmackhaft zu machen und ab und zu Obst statt Naschi zu propagieren ist KEIN Freifahrschein, blöde Öko-Tanten-Witze über mich zu reißen. Es ist auch NICHT in Ordnung mir dann ungefragt zu erläutern, in welchen Punkten ich diesbezüglich inkonsequent bin und dass ich es ja, wenn ich es richtig machen wolle, ganz anders machen müsse. NÖ.

Wo wir dabei sind:

Klappe: Zu!
Blinkt nicht, ist aber auch Plastik: Lego.

Es ist auch keine „Niederlage“ und kein Grund für hämisches Lachen, wenn mein Sohn heute Plastik-Transformers besitzt, die blinken und Geräusche machen. Seid Ihr völlig bekloppt? Freut Euch mit meinem Kind, dass ich nicht zu halsstarrig bin, um ihm auch solche Freuden zu gönnen und seht zu, dass Eure nicht am von Geburt an zugeführten BPA Schaden nehmen. Verflixt nochmal! Ich darf Bio-Öko-Gedöns versuchen und trotzdem Nutella essen. Und meine Kinder auch. Denn es geht nicht darum, EUCH etwas zu beweisen. Es geht darum, dass WIR glücklich sind.

Und ICH bin dann am glücklichsten, wenn IHR Eure guten Ratschläge woanders entsorgt.

So. Jetzt ist es besser.

Küsst die Kinder!

Eure Julia

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4 Kommentare

  1. Liebste Julia!
    Wie immer ja! Ja!! JAA! Wie so oft geh ich da mit dir! Und um den guten Ratschlag (haha) nicht fehlen zu lassen: Zieh dir den Scheiß nicht mehr rein. Ich war so genervt von all den Supermuttis auf Facebook mit all dem Superholzspielzeug und Jahreszeitengedös, dass ich mich in einem Wettstreit sah, den ich niemals gewinnen könnte, wenn ich nicht das wichtigste, nämlich uns, vernachlässigen würde.
    Ich hab kein Bock nach außen supi zu wirken, aber in dieser superökokrassoichmachmeindeoselbstwelt gefangen zu sein. Ich kann mein Kind lieben auch mit duplo-Steinen oder echten Gefühlen und nicht nur wattewatteweichsein und Seidentüchern. Make love, not Facebook! Mein Mantra der letzten Wochen und ich bin ziemlich glücklich damit. Make love!

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