Gastbeitrag: Frau Rabenschnabel vom Rabenschnalbelblog antwortet auf die #Gretchenfrage!

Die Edda Rabenschnabelblog Gretchenfrage
Ihr Lieben, heute freue ich mich ganz besonders über einen Gastbeitrag der ungewöhnlicheren Art. Es geht nach wie vor um die #Gretchenfrage und heute antwortet die Frau Rabenschnabel vom Rabenschnabelblog- sie lebt und glaubt im Paganismus. Ja, so habe ich auch geschaut. „Neuheidentum“ sagt mir schon mehr… aber ohne Wikipedia ging es dann doch nicht. Ihr seid neugierig geworden? Bittesehr: Die Frau Rabenschnabel steht Rede und Antwort!

„Hallo an die, die dies lesen!
Die liebe Mama-juja hat vor Kurzem zum Thema Religion einen Beitrag geschrieben und mich nun darum gebeten, meinen Alltag mit Kind und meinem Glauben etwas näher zu bringen.
Dieser Gastbeitrag fällt mir leider nicht allzu leicht, da ich gerade mit diesem Thema eine persönliche Krise habe. Keine Sorge, ich glaube immer noch, nur kann ich meine Religion aus bestimmten Gründen nicht so ausleben wie ich gern möchte und das macht mich einfach nur traurig.

An was glaubst du eigentlich?

Ich glaube an den Allvater Odin! Das heißt, ich bekenne mich zum Neuheidentum oder auch Paganismus. Ihr könnt das Wort „Heide“, das eigentlich einen christlichen Ursprung hat, damit gleichsetzen, dass wir mehrere Götter haben, an die wir glauben. Bevor die Frage aufkommt, nein, meine politische Meinung hängt damit nicht zusammen. Politik und Glaube sollten für mich zwei getrennte Sachen sein. Leider wird das Neuheidentum, die Symbolik, Feste und Anderes von Rechtsextremen missbraucht. Für mich und viele Andere ist es einzig und allein eine Naturreligion!
Ich möchte euch jetzt keinen langen Beitrag machen, was das Heidentum ist und wie es funktioniert. Habt ihr dennoch daran Interesse, denke ich, dass Google und andere Suchmaschinen euch dabei helfen können. Ich möchte das einfach nicht ausweiten, da viele Heiden ihren Glauben völlig unterschiedlich ausleben und das auch gut so ist!

Viele Unterschiede und keine Zwänge

So wie es die kleine Überschrift sagt, gibt es im Neuheidentum kein „Muss“ und jeder darf so an die alten Götter gedenken wie er mag. Das ist das, was ich so an dieser Religion liebe. Während Andere, einige Regeln beachten und vielleicht sogar ihren Tagesablauf drumherum planen müssen, darf ich leben! Bitte versteht mich nicht falsch, jeder darf an das glauben was er mag und dafür auch alles tun was er möchte. Ich verurteile deswegen niemanden, außer es fügt Lebewesen absichtlich Schaden zu. Keine Religion sollte besser oder schlechter sein als eine andere und jeder sollte frei entscheiden dürfen! Ich mag eben Freiheiten.

Mein Weg zum Heidentum

Ich war schon immer ein gläubiger Mensch. Nein, ich wurde nicht so erzogen aber einige Ereignisse in meinem Leben konnte ich nicht so einfach wegschieben. Ich suchte Erklärungen dafür und bin einige Wege gegangen. Angekommen bin ich nun im Neuheidentum und bleibe wohl auch den Rest meines Lebens dabei. Nicht die Freiheiten haben mir diesen Glauben schmackhaft gemacht, sondern mein Herz. Als ich das erste mal eine Edda in der Hand hatte, die mit einer Bibel zu vergleichen ist, wusste ich, ich bin angekommen. Ich mag diese bildliche Beschreibung über die Entstehung der Welt und deren weiterer Verlauf. Die Geschichten der Götter und die Verbundenheit mit der Natur. Es ist einfach diese eine Religion, an die ich wirklich glauben kann. Diese Gefühle die ich dabei empfinde, möchte ich auch an den kleinen Raben weitergeben.

Religion und Kinder.

Ich möchte meinem Sohn keine Religion aufdrängen! Wenn er sich für andere Religionen interessiert, werde ich ihn dabei unterstützen und ihm auch so viel erklären, wie mein Wissen es hergibt. Der kleine Rabe ist aber erst 2,5 Jahre alt und ich bin froh wenn er das versteht, was ich ihm erkläre und zeige. Ich finde es nicht schlimm, wenn Kinder mit einer bestimmten Religion aufwachsen, so lange sie dann später selbst entscheiden können, an was sie glauben.
Der kleine Rabe zeigt dennoch jetzt schon viel Interesse für das, was hier so rumhängt und was Mama alles macht. Zu seiner Geburt kam er zum ersten mal mit einem Heidnischen Gebrauch in Berührung. Er bekam nämlich als Zweitnamen den Namen seines Vaters. Mit der Namenswahl hatten wir allgemein Probleme. Der Rabenmann bekennt sich zu keinem Glauben und fand die meisten nordischen Namen doof aber den Deal mit dem Zweitnamen konnte er nicht ausschlagen. Immerhin ist es auch eine Ehre. Der Rabenmann heißt Erik und so steht Eriksson hinter dem Namen vom kleinen Raben. Zusätzlich gab es auch den ersten Stoffraben in die kleine süße schrumplige Hand gedrückt.
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Raben und Heiden

Meine Liebe zu Raben kommt natürlich auch ein wenig vom Glauben. Da gibt es diese zwei Raben von Odin. Hugin und Munin. Gedanke und Erinnerung. Sie sollen für Odin die Welt der Menschen beobachten und ihm Kunde bringen und das versteht sogar der kleine Rabe schon. Es gab jetzt oft eine Zeit, wo er Angst im Dunkeln hatte. Natürlich hab ich ihm erstmal erklärt, dass Mama und Papa da sind und er keine Angst haben braucht. Ich zeigte ihm aber auch auf seinen Mjölnir. Das ist ein mächtiger Hammer, der Thor, dem Donnergott und Sohn von Odin gehört. Diese Geschichte möchte ich jetzt an dieser Stelle auch nicht erklären. Wichtig ist nur, dass Thor uns Menschen damit vor einem großen Unheil bewahrt hat. Daher ist der Mjölnir nicht nur ein Symbol für Stärke sondern auch für Schutz. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Arten.
Der kleine Rabe hat natürlich einen Hammer mit einem Rabenkopf über dem Bett hängen. Wenn er Angst hat, fragt er wer alles auf ihn aufpasst. Ich zähle uns Eltern auf, seine Kuscheltiere und natürlich den Raben auf dem Hammer. Sollte ich ihn mal vergessen haben, ergänzt er ihn dazu.
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Gedenken und beten.

Der kleine Rabe hat mich nun auch schon oft beim beten „erwischt“ und war ganz verwundert. Das ist eigentlich nicht spektakulär. Ich trage meinen Wichtigsten Schmuck und habe die Edda bei mir. Wo und wie ich irgendwo bin, spielt keine Rolle. Entweder gedenke ich den Göttern einfach so oder bitte um Hilfe bei einer bestimmten Sache. Das wird der kleine Rabe bestimmt bald auch versuchen.
Sobald er 15 oder 16 Jahre alt ist oder wenn er mich eher darum bittet, in dem Fall er entscheidet sich für meine Religion, wird er seinen ersten Armreif bekommen, der ebenfalls für Schutz und auch Tüchtigkeit steht. Ich selbst trage zwei und nehme sie auch nicht mehr ab, außer in Notfällen. Eine Kette mit einem Pagansymbol bekommt er natürlich auch, allerdings nur, wenn er es möchte!
Für mich persönlich ist es wichtig zu zeigen wer ich bin und an was ich glaube, deswegen ist der Schmuck für mich so wertvoll. Allerdings mit dem Herzen gedacht und nicht mit dem Geldbeutel.
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Opfern mit Kind

Bitte bekommt jetzt keinen Schreck! Das Opfern für Götter hat sich geändert. Wir opfern keine Menschen und auch keine Tiere, egal wie noch so klein sie sind! Im Heidentum gibt es so einige Feste. Die für mich Wichtigsten sind die Jahreszeiten – Wechsel. In der Zeit zu Ostern ist das nächste Fest und für uns wird es diesmal auch etwas anders. Das Opfern und dabei an die Götter zu gedenken habe ich noch nicht gemacht, aber ich habe es mir nun vorgenommen. Unser kleiner Garten gab mir nun die Motivation dafür. Meistens werden Speisen und Pflanzen geopfert/verbrannt und für eine gute Ernte in der kommenden Zeit gebeten. Ich möchte, dass der kleine Rabe das so früh wie möglich mitbekommt. Warum? Weil es für mich wichtig ist, dass er merkt, es gibt kein ständiges nehmen. Wir müssen auch geben, in diesem Fall an die Götter.

Sterben erklären.

Einem 2,5 Jahre alten Kind das Sterben zu erklären ist sehr schwierig, am liebsten mag man das immer gern vermeiden, aber hey, so ist das Leben. Leben kommen und Leben gehen. Dem kleinen Raben aber zu erklären dass, der Mensch weg muss, über eine Regenbogenbrücke geht und dann neben den Göttern sitzt um Geschichten zu erzählen finde ich angenehmer, als der ewige Schlaf oder andere Glauben. Tiere gehen natürlich auch über die Regenbogenbrücke, Richtung Walhalla oder sie entscheiden sich, eine Pflanze oder Baum zu werden. Ich hätte es nie für möglich gehalten aber er kommt damit klar. Ich finde auch nicht dass es eine Scheinwelt ist, die ich ihm da vor mache. Die Welt ist schon so dunkel genug und Mama glaubt daran, also kann es nicht falsch sein. Ob er dass dann später auch glauben möchte ist ihm vorbehalten.
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Die Zeit wird es bestimmen…

Mich würde es sehr glücklich machen wenn der kleine Rabe sich später für den Paganismus entscheidet. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm. Selbst wenn er keine Religion wählt, ich werde immer stolz auf ihn sein. Lasst eure Kinder selbst entscheiden, wo ihr Herz sie hintreibt. Klärt sie über Religionsunterricht auf und über Alternativen ( meistens ist das Ethik). Religion spielt in der Schule noch keine große Rolle. Habt keine Angst was ihr euren Kindern erzählt, es ist richtig, so lange ihr daran glaubt und ihr immer wieder erklärt, dass es auch noch anderen Glauben gibt. Selbst bei der Frage um den Weihnachtsmann! Zeigt Kinder wie reich die Welt mit Kultur- und Glaubenserbe ist. Eure Kinder gehen den richtigen Weg, auch wenn sie sich mehrfach neu erfinden.
Eure Rabenschnabel“
Dem ist doch nichts hinzuzufügen- oder? Ich freue mich immer sehr über Kommentare auf dem Blog, scheut Euch nicht, auch Eure Meinung kund zu tun.
Bis dahin: Küsst die Kinder, schnäbelt die Raben und lasst Euch nicht unterkriegen!
Eure Julia

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