Gastbeitrag: Die Wutbürgerin

Gastbeitrag: Wutbürger

Moin Ihr Lieben! Die Bundestagswahlen sind vorbei. Ich glaube fest daran, dass die meisten von Euch gewählt haben und ich vertraue darauf, dass es bei den meisten auch eine demokratische Partei war. Aber bei 13% derer, die ihre Stimme abgegeben haben, war das anders. Sie haben mit der AfD eine Partei gewählt, deren „Programm“ nichts Gutes verheißt. Und dass trotz aller Aufklärung so viele Menschen so eine Partei gewählt haben, sorgt für ziemliche Ratlosigkeit, für Entsetzen und für Wut bei denen, die die „Alternative“ durchschaut haben. Es scheint, als wären jetzt Wir die Wutbürger und Wutbürgerinnen. Und während mir noch die Worte dazu fehlen, hat Lela vom Blog und Shop Nahtkäfer welche für Euch. Deutliche Worte. Danke dafür, liebe Lela!

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Heute bin  ich Wutbürgerin

Gestern war die Bundestagswahl 2017. Als die ersten Hochrechnungen Veröffentlicht wurden, brachten wir gerade unsere Kinder ins Bett.

Diese kleinen, schutzbedürftigen Wesen, die uns so an unsere Grenzen bringen und die wir dennoch so unendlich Lieben.

Als sie im Bett lagen, saßen wir Eltern vor dem Fernseher. Ich war wie erstarrt. Die Rede des Spitzenkanidaten der AfD lies mir das Blut in den Adern gefrieren.

Wie oft hatten wir die Reden im Fernsehen oder im Radio gehört, diese Reden von Früher? Aus dieser schlimmen Zeit. Wie oft hatten wir gehört „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!“

Obwohl ich selbst in dieser Zeit noch Quark im Schaufenster war – in meinem Kopf hallten die Worte mit einem unheimlichen Echo. Einem Echo aus längst vergangener Zeit.

Wir waren mit unserer Klasse in Sachsenhausen.

Wir studierten unsere Geschichtsbücher, sahen Dokumentationen und Spielfilme zu einer Zeit die wir für Vergangenheit hielten.

Ich ging auf die Geschwister Scholl Grundschule.

Ein Geschwisterpaar, welches Großes geleistet hatte. Menschen, die ihr Leben gaben für unser Recht auf Demokratie und Freiheit.

Und nun? Ich fühle mich, als würde sich die Geschichte widerholen. Denn dazu neigt sie, die Geschichte.

Die letzten Überlebenden der ersten Wahlen der NSDAP sind noch nicht ein mal unter der Erde und schon zieht die nächste rechtspopulistische Partei in den Bundestag ein.

„Der Bundestag wird bunter.“, sagt der Mann auf dem Bildchirm.

Ein trauriges Lachen entrinnt sich meiner Kehle. Bunter. Als würde es Vielfalt bringen. Dieser Einzug ins Verderben.

Heute bin ich Wutbürgerin.

Ich bin wütend auf die Wahlverweigerer. Auf die Menschen, die kein Kreuz gemacht haben. Auf die Menschen, die nicht aus Überzeugung ihre Stimme der AfD gaben.

Ich bin so unglaublich wütend.

 

Und regenbogenfarbenpupsend geht die Welt zu Grunde.

 

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Was bleibt?

Küsst die Kinder. Oft und viel. Und dann machen Wir uns Gedanken, wie Wir DAS wieder hinbiegen.

Eure Julia

 

 

Titelbild: Quelle Pixababy

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