Donnerstags-Quickie: Ungeschminkte Wahrheit

Eine ungeschminkte Wahrheit

Ihr Lieben, ich stand neulich, zugegebenermaßen ausgeschlafen und weit nach jeder Normalmenschen-Uhrzeit im Bad und dann wurde es seltsam. Denn ich dachte wortwörtlich: Ob der Großsohn sich wundert, wenn ich ausgerechnet an seinem Geburtstag ungeschminkt bin?

Ja, so habe ich dann auch gekuckt. Was für ein hirnrissiger Gedanke, oder? Der Großsohn  wurde an diesem Tag fünf. Fünf! Und ich? Innerlich kann ich kaum älter sein, denn dieser Gedanke… Dabei ist es nicht Mal so, dass mir die Schminke ausgegangen wäre oder sowas. Es ist so: Ich finde Frauen im Schwimmbad, die nicht mit ihren Kindern toben, weil die Schminke sonst verläuft: Doof. So eine will ich nicht sein. Bin ich aber, wenn ich in voller Maskerade schwimmen gehe. Also: Lasse ich den Putz weg, damit wir am diesem Tag beim Geburtstags-Schwimmen ungetrübten Wasserspaß haben können.

Und dann denke ich so einen Mist. Manchmal muss ich mich schon fragen, wie viel von meiner Entspanntheit und Selbstsicherheit in Wirklichkeit aus Tuben und Cremetiegeln stammt. Das ist wirklich nicht die schönste Wahrheit zum Frühstück. Aber darauf werde ich wohl noch eine Weile kauen. Denn es ärgert mich. Dass ich mich immer noch so abhängig mache. Ich bin ein halbwegs erwachsener Mensch und Mutter von bald drei Kindern. Ich sollte inzwischen auch ohne Mascara schwimmen können. Ehrlich jetzt, oder?!

Nicht, dass sich direkt jemand angegriffen fühlt: Make Up an sich sagt nichts über Selbstsicherheit aus, denke ich. Auch wie stark sich jemand schminkt oder ob überhaupt- im Grunde kümmert mich sowas kein Stück. Ich wundere mich höchstens noch über die Zeit und Energie, die man in solche Dinge stecken kann: YouTube ist da ein verrückter Fundus an Tipps und Tricks, von denen selbst ich altes Schmink-Fossil noch nie gehört habe. Augenbrauen zum Aufstempeln zum Beispiel. Aber in dem Moment, ab dem man OHNE diese Dinge zögert, vor die Tür zu gehen oder den eigenen „Wert“ geschmälert sieht, weil eine Schicht Schminke fehlt… Uff. Das ist wirklich nicht gerade der starke und emanzipierte Mensch, für den ich mich je nach Tageszeit und Hungerlevel halte. Gar nicht.

Wie ist es bei Euch? Bei mir zumindest anders als ich dachte.

Ich küsse jetzt dann alle meine Kinder und denke an schöne Dinge statt Make Up. Macht ruhig etwas Ähnliches- Hauptsache, es macht Euch glücklich. Wer glücklich ist, ist nämlich immer wunderschön.

Eure Julia

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1 Kommentar

  1. Ich gehe tatsächlich unfassbar selten geschminkt aus dem Haus.

    1. Schlafe ich tatsächlich lieber länger, als dass ich mir Minutenlang etwas ins Gesicht schmiere.

    2. Sieht es bei mir immer aus, als trage ich eine Maske.

    3. Mag meine Haut viele Produkte nicht und mir ist es schlichtweg zu teuer und mühselig, das richtige für mich zu finden.

    Man könnte auch einfach sagen, ich bin scheiße faul. 😀

    Wenn es auf Geburtstagsfeiern oder einen besonderen Ausflug geht, dann schminke ich mich hin und wieder. Dann ist der Mann auch Zuhause und ich hab die Zeit dazu. Es gibt so Momente, da mache ich das wirklich gerne, aber die sind ganz ganz selten.

    Übrigens habe ich mich eine Zeitlang nur mit Schminke selbstbewusst gefühlt. Ich dachte nämlich, dann sieht keiner, dass ich immer so schnell rot werde. 😉
    Hat sich aber mit den Kindern erledigt.

    Sonnige Grüße.

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