Die #Gretchenfrage mit Mama Nisla

Moin Ihr Lieben, es ist wieder Donnerstag und das heißt: #Gretchenfrage! Heute bereichtet Mama Nisla von Christlichem glauben und ein bisschen mehr Toleranz, die sie uns allen wünscht. Enjoy!

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Wie das immer so ist, da wollte ich über das Thema Glauben schreiben und wie wir es damit halten und dann ruft die liebe Mama Juja genau zu diesem Thema zu Gastbeiträgen auf. Genial. Hier ist er also mein Beitrag zum Thema Glauben und Religion und wie das in unserem Alltag aussieht:

So richtig zum Glauben gefunden, also den christlichen Glauben an Gott, habe ich eigentlich erst mit Beginn meiner Teenager-Zeit. Ich hatte nie dieses einschneidende Erlebnis, das Gefühl, dass ich genau in diesem Moment ein Gott-Erlebnis habe, das mich quasi bekehrt hat. Nein, stattdessen war es ein stetiger Prozess, der mich mehr und mehr glauben ließ, dass da mehr sein muss, als nur ich, die Evolution und die Wissenschaft. Im Übrigen glaube ich, dass genauso viel Glauben dazu gehört an die Evolution zu glauben wie an Gott. Eigentlich witzig, wenn man es genauer betrachtet. Trotz allem halte ich viel davon, dass wir die Meinungen und eben auch den Glauben anderer akzeptieren. Da gehört es genauso dazu, dass wir die Spaghetti-Gläubigen, die gibt es tatsächlich, respektieren wie die Atheisten. Die Buddhisten genauso wie die Muslime. Vor allem mit Muslimen komme ich regelmäßig durch die Arbeit in der Flüchtlingshilfe in Kontakt. Mir begegnen selten solch gastfreundliche, liebevolle und herzensgute Menschen. Da ist die Tür, das Haus immer offen. Da wird bei jedem Schicksalsschlag zusammen gestanden und einander geholfen. Ich denke daher, dass Toleranz gegenüber anderen Menschen und deren Religionen oder auch Nicht-Religionen das A und O ist. Das ist für mich eines der grundlegendsten Dinge des christlichen Glaubens: Toleranz.

Freundlichkeit und Herzenswärme gehören für mich ebenfalls dazu.

Gelingt mir das immer? Dieses Freundlichsein, die Herzenswärme? Leider nein, auch ich kämpfe immer wieder, dass ich mich ertappe, dass ich nicht immer jedem wohlgesonnen bin. Dass es mir wichtig ist, was Andere über mich denken, dass mich das auch beeinflusst. Obwohl ich auf der anderen Seite doch sicher sein kann, dass Gott mich so liebt wie ich bin. Eine weitere Sache ist, dass es mir erst in den letzten Jahren mehr und mehr gelingt, den Glauben auch öffentlich zu leben. Ich komme aus einer eher wenig bis gar nicht christlich geprägten Familie. Da gab es auch weitläufigere Verwandte, die einen dann belächeln, wenn man betet oder eben sagt, dass Gott sicher da ist und uns beschützt. Jetzt mit vielen lieben Freunden, die ebenfalls alle christlich sind, tue ich mich leichter meinen Glauben nach außen zu tragen.  Ich habe nicht mehr das Gefühl mich verstecken oder mich dafür schämen zu müssen. Und wenn es nur ist, dass ich für die Menschen bete oder ihnen Gottes Segen zum Geburtstag wünsche. Wenn es nur ist, dass ich toleranter bin und den Menschen, auch die die mich eher nicht mögen, freundlich begegne. Wenn es nur ist, dass ich ein offenes Ohr habe und zuhöre, wenn jemand Hilfe braucht.

Das alles ist für mich Christsein.

Mein Mann ist ähnlich eingestellt wie ich. Wir erzählen unseren Kindern von Gott, auch dass Jesus unser Freund ist und wir ihm alles anvertrauen können.  Wir beten in der Regel beim Essen und abends vorm Zubettgehen.  Beide Kinder sind getauft. Mein Mann und ich sind beide Mitglieder im Familiengottesdienst-Team und unser großer Sohn besucht eine evangelische Schule. Sie sollen lernen, dass jeder Mensch gleich ist und jeder Mensch zunächst auch gut. Dass wir zu allen Menschen nett sein sollten und helfen, wenn wir können. Ein Stück weit eben auch sozial eingestellt. Ich weiß nicht, wie sie sich später entscheiden werden. Ob sie kirchlich heiraten oder nicht, ob meine Söhne eine gläubige Frau finden oder nicht.

Für mich ist alles ok, weil ich sie liebe!

Zum Schluss hin noch ein paar Wünsche: Ich wünsche uns allen noch ein bisschen mehr Toleranz, ein bisschen mehr Respekt  und Freundlichkeit und einfach ein bisschen mehr Liebe. Warum neidisch sein oder jemand anderem etwas nicht gönnen, wenn wir doch alle gut so sind, wie wir sind! Sind wir doch ein bisschen mehr füreinander da und helfen wir, wenn es in unserer Macht steht. Und gerade, wenn wir in Not sind, lassen wir uns helfen und nehmen wir die Hilfe an. Ich, für mich, bin sicher, dass Gott uns nicht im Stich lässt! Glauben wir doch einfach auch an uns!  Und leben wir die Liebe! Denn wie Vincent van Gogh schon sagte:

What is done in love, is done well!

Alles Liebe, Eure Nisla <3

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Da würde ich erstmal nichts hinzufügen. Wie sieht es mit Euch aus? Ich geb Euch einen Tipp:

Küsst die Kinder, bevor Ihr antwortet und dann gleich nochmal. Mache ich jetzt auch!

Eure Julia

 

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1 Kommentar

  1. Ich selbst würde mich als Agnostiker bezeichnen. Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt. Eher glaube ich nicht, aber gleichzeitig auch, dass es vieles gibt, was wir nicht wissen. Es könnte also sein.

    Ich finde es gut, wenn Menschen im Glauben Halt finden. Ich lehne nur jede Art von Fundamentalismus (theistischen wie atheistischen) ab und denke, dass tiefgläubige Menschen eher dazu neigen. Weil „Gottes Wille“ und die Verheißung des Paradieses eine bequeme Ausrede für vieles ist von Kreuzzügen bis Terroranschlägen. Menschen, die an die Wissenschaft glauben, können auch fundamentalistisch sein. Allerdings gibt es keine Jenseitsverheißung. Sie müssen nicht einem imaginärem Gott Rechenschaft ablegen sondern den Menschen um sich herum.

    Was ich außerdem schwierig finde, ist der Umgang der Kirche zum Beispiel mit Homosexualität. Seit unsere Kinder auf eine katholische Kita gehen, bin ich immer wieder erstaunt, wie wenig selbstverständlich diese auch in unserer Zeit ín unserem Land noch ist (Das habe ich hier mal beschrieben: https://meinglueck.wordpress.com/2017/06/06/warum-ich-mit-homophoben-afd-waehlern-im-magerwahn-befreundet-mit/) Da würde mich interessieren: Wie stehst du zu diesem Thema, Nisla?

    Gerade in Verbindung mit meinen Kindern würde ich es trotzdem manchmal einfacher finden, Gott mehr Raum zu geben. „Wo ist Opa jetzt?“ ist nach dem Tod einfacher mit „Im Himmel“ zu beantworten. Unsere Variation ist: „Das weiß niemand. Viele Menschen glauben, dass man nach dem Tod in den Himmel kommt und wir finden, das ist eine schöne Vorstellung“.

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