Stoffwindeln Teil 2: Die Pocketwindel

Pocketwindel Little Bloom Stoffwindel

Unser Stoffwindel Starterset bestand damals aus Höschenwindeln und obwohl ich nach wie vor ein großer Liebhaber dieser „Arbeitstiere“ bin, brachte der heiße Sommer die Frage auf, wie ich es schaffe mehr Kühlung und weniger Windel ans Kind zu bringen. So stieß ich auf die Pocketwindeln.

Das Prinzip der Windeln sagt letztlich schon der Name: Sie haben eine Tasche (egl. pocket), in die eine Einlage geschoben wird. Ich habe aus Kostengründen den sehr günstigen Hersteller Little Bloom aus dem Netz gewählt.

Pocketwindel Stoffwindel Innenwindel Einlage Little Bloom
Innenseite der Pocketwindel mit Einlage

Die Pocketwindel

Bei diesem System Stoffwindeln macht es nicht mehr so viel Sinn, von Außenwindel und Innenwindel zu sprechen. Denn in diesem Fall sind beide vernäht und bilden die Tasche, in die später die Einlage geschoben wird.  Die Innneseite der Pocketwindel besteht bei Little Bloom aus weichem Fleece, die wasserabweisende Außenseiten wieder aus PUL. Beide sind rundum vernäht, bis auf einen handbreiten Einschub für die Einlagen.

Schön finde ich, dass auch dieses Windelsystem die Zeichen der Zeit erkannt hat und in vielen verschiedenen Designs und Stoffen zu haben ist. Grade im Sommer freue ich mich, wenn ich dem Kleinräuber nicht auch noch eine Hose überziehen muss. Und zu jeder Jahreszeit freue ich mich, wenn das Wickeln mit Stoffwindeln nicht gleichbedeutend mit schmuddelgelben Plastikhosen sein muss.

Pocketwindel Little Bloom Stoffwindel
Pocketwindel Little Bloom mit Eulen

Die Einlage

Die Einlage entspricht etwa dem, was ich von der Höschenwindel bereits kenne. Sie ist etwas breiter und im Falle der Little Bloom auch etwas flauschiger, um mehr Flüssigkeit aufnehmen zu können. Die Einlage wird jetzt einfach in die „Tasche“ hineingeschoben, ein bisschen zurecht gerückt. Sie muss vorne, am „Flüssigkeitsherd“ gut sitzen und sollte sich nicht verdreht haben. Auf der Innenseite der Stoffwindel empfiehlt sich auch hier die Verwendung von Windelvlies für die Feststoffe.

Je nach dem, wie viel so eine Einlage halten soll, kann sie auch mit anderen Materialien kombiniert werden: Zum Beispiel Mikrofaser als obere Schicht für schnelles Aufsaugen der Flüssigkeit, Hanf als untere Lage mit höchstmöglicher Speicherkapazität. Meine Intention von möglichst wenig Stoff am Kind war nur mit dünnen Einlagen und häufigem Wickeln zu verwirklichen, daher fehlt mir zur maximalen Belastbarkeit dieses Systems noch die Erfahrung. Berichte von Euch teile ich aber gerne!

Pocketwindel Little Bloom Stoffwindel
Einlage halb in der Tasche

Fertig! Oder?

Im Anschluss wird die Pocketwindelwie eine ganz normale Wegwerfwindel angezogen, wie so oft hat man die Wahl zwischen Druckknöpfen und Klettverschluss. Wie immer tendiere ich stark zu den Druckknöpfen.

Gewechselt wird die Windel theoretisch in zwei möglichen Schritten: Wenn nur die Einlage nass ist, wird diese aus der Tasche entfernt und durch eine neue ersetzt. Bei Stuhlkontakt wird die ganze Windel (also „Tasche“ aus Innen- und Außenschicht plus Einlage) ersetzt. In der Praxis fand ich den Gedanken, dem Kind das nasse Fleece der Innenseite erneut überzuziehen aber absolut daneben. Das bedeutet für mich, dass Pocketwindeln so oft gewechselt werden wie Wegwerfwindeln. Und das wiederum erzeugt einen ziemlichen Wäscheberg. Für meinen Sommergedanken okay, auf lange Sicht hätte ich da sicherlich eine andere Lösung recherchieren müssen.

Pocketwindel Little Bloom Stoffwindel

Fazit

Insgesamt ist diese Art von Stoffwindeln ziemlich zügig auch für Anfänger zu bewältigen. Allerdings hat sie trotzdem ihre Tücken: Zwar sind Innen- und Außenseite der Pocketwindel vernäht und sitzen so grundsätzlich erstmal wasserdicht aufeinander. Mein kleiner Räuber windet sich aber zB oft beim Wickeln schon wie ein Krake, sodass ich dazu übergegangen bin, alle Windeln auch im Stehen nochmal zu überprüfen. Wenn keine Hose über die Windel gezogen wird, hat sich bei mir der Kontrollblick nach dem Anschnallen im Autositz ebenfalls bewährt. Die Schichten sitzen gut aufeinander, aber sie sind eben nicht einbetoniert.

Der Fairness halber sei gesagt: Little Bloom ist in einem wirklich tiefen Preissegment angesiedelt. Für die wenigen heißen Tage, die ich sie bisher nutze, tat sie ihren Dienst. Für die regelmäßige Nutzung würde ich aber ein Preissegment höher greifen.

Weiter geht es übrigens unter Stoffwindeln Teil 3: Die All-in-Three Windel.

Eure Julia

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4 Kommentare

  1. Hallo, haben die little bloom jetzt ca. 10 Monate immer mal wieder im Einsatz. Wir benutzen sie nicht als Taschenwindel, sondern als Überhose, damit fällt auch der Wäscheberg kleiner aus und es gibt kein verrutschen. Die Designs sind wirklich klasse und der Preis super niedrig (Produktion in China, daher bei uns nur als Reserve, nicht Hauptwindelsystem). Mit der Zeit ist sie nicht mehr so dicht, v.a. an den Bündchen, wo der Innenstoff eingenäht ist kommt Flüssigkeit nach außen. Das kann auch daran liegen dass unsere Kleine jetzt einfach mehr pieselt. Unser Fazit: Super für den Einstieg (Neugeborene) und für zwischendurch.

    1. Cool, vielen lieben Dank! Ich hatte auch schon drüber nachgedacht und glaube, ich werde die eine oder andere Pocketwindel auch mal so „zweckentfremden“ wie Du beschrieben hast!

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